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<title>viola iracunda</title>
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<description>Kampfveilchen unterwegs</description>
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<title>viola iracunda</title>
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<title>Stadion-EinÃ¶d</title>
<description>Da ich die Teilnahme am ersten EM-Qualifikation leider aus beruflichen GrÃ¼nden verweigern musste, nahm [...]</description>
<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 18:46:26 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[FuÃŸball]]></category>

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<![CDATA[Da ich die Teilnahme am ersten EM-Qualifikation leider aus beruflichen Gr&#195;&#188;nden verweigern musste, nahm ich mir fix vor, dass mir das beim zweiten Heimspiel nicht noch einmal passiert. Gegner ist die Fu&#195;&#159;ballgro&#195;&#159;macht Aserbeidschan, gegen die wir - vermutlich in der Nachspielzeit wie gegen Kasachstan - sicher nach heldenhaftem Einsatz 1:0 durch einen ungerechtfertigten Elfer gewinnen werden. Dem Fu&#195;&#159;ball fernstehende fragen sich jetzt vermutlich, warum ich mir das zu erwartende Trauerspiel &#195;&#188;berhaupt vor Ort geben will. Na ja, wie schon &#195;&#182;fters angedeutet: so sind wir Fu&#195;&#159;ballfans eben. Stehen auch noch bei K&#195;&#164;lte und Nieselregen im Fansektor und l&#195;&#164;stern dort, was die Mannschaft hergibt. Und unsere gibt bekanntlich jede Menge an L&#195;&#164;stermaterial her. Zus&#195;&#164;tzlich zu Trainer, Mannschaft, Schiedsrichter, Stadionverpflegung und debilen Kommentaren in den Samstagzeitungen habe ich diesmal erwartet, mich &#195;&#188;ber die lange Anreise &#195;&#164;rgern zu k&#195;&#182;nnen. Spiele gegen Nachfolgestaaten der UdSSR sind n&#195;&#164;mlich ein Paradebeispiel f&#195;&#188;r Fu&#195;&#159;ballnationen, denen die Ehre, im Happel-Stadion zu spielen, &#195;&#188;blicherweise nicht zuteil wird. Und da das erste Spiel am Dosengrund (amtlich: Stadion Wals-Siezenheim) stattfand, sah ich mich schon nach Graz, oder, wenn's ganz b&#195;&#182;sartig kommt, gen Innsbruck pilgern. <br /><br />Bitte, was das Zuschauerinteresse betrifft, k&#195;&#182;nnt man f&#195;&#188;r ein L&#195;&#164;nderspiel gegen Aserbeidschan problenlos die Hohe Warte reaktivieren ohne f&#195;&#188;rchten zu m&#195;&#188;ssen, dass die Anlage ausverkauft ist. Aber in einem nicht n&#195;&#164;her begr&#195;&#188;ndeteten, vermutlich von &#195;&#150;FB-Pr&#195;&#164;sidiumsmitgliedern im Zustand forgeschrittener Demenz gefassten Entschluss, wurde das Spiel am 10. Oktober allen Ernstes in das gr&#195;&#182;&#195;&#159;te Stadion &#195;&#150;sterreichs vergeben. Herrlich! Bei bis jetzt knapp 10.000 verkauften Eintrittskarten werde ich endlich Gelegenheit haben, die Architektur zu bewundern. Statt am Anblick einer wogenden Menge an K&#195;&#182;pfen und Transparenten werde ich mich am Betongrau der Sitzreihen erfreuen. Meine Ohren werden die nur von kurzen Sinnlosansagen des Stadionsprechers unterbrochene Stille zu sch&#195;&#164;tzen wissen. Und endlich einmal werde ich in der Pause meine Schnitzelsemmel noch vor Wiederanpfiff erstehen. Ein rundum friedlicher, erholsamer Abend also. Deswegen besuche ich n&#195;&#164;mlich L&#195;&#164;nderspiele...]]>
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<title>RÃ¼ckblick mit Vuzis</title>
<description>Die FuÃ&amp;#159;ballweltmeisterschaft in SÃ¼dafrika ist jetzt ein Monat Geschichte, Zeit, zu Ã¼berlegen, was [...]</description>
<pubDate>Wed, 04 Aug 2010 17:53:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[FuÃŸball]]></category>

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<![CDATA[Die Fu&#195;&#159;ballweltmeisterschaft in S&#195;&#188;dafrika ist jetzt ein Monat Geschichte, Zeit, zu &#195;&#188;berlegen, was von ihr in Erinnerung bleiben wird. Bei mir pers&#195;&#182;nlich wenig, um ehrlich zu sein. Da &#195;&#150;sterreich nicht teilgenommen hat - gl&#195;&#188;cklicherweise, da haben wir uns wenigstens nich blamieren k&#195;&#182;nnen - war meine Anteilnahme von Haus aus mit der einer, sagen wir mal, Deutschen oder Brasilianerin ohenhin nicht zu vergleichen. Bei der Frage, welche Mannschaft ich dann vorm Bildschirm unterst&#195;&#188;tze, hat mich mein Interesse f&#195;&#188;r Fu&#195;&#159;ballgeschichte folgerichtig zu Uruguay gef&#195;&#188;hrt, die bekanntlich 1930 der erste Weltmeister &#195;&#188;berhaupt waren.<br /><br />Viel besser h&#195;&#164;tte ich es kaum treffen k&#195;&#182;nnen, denn Uruguay meldete sich in S&#195;&#188;dafrika in die Weltklasse zur&#195;&#188;ck. Der vierte Platz wurde von den Urus auch entsprechend bejubelt, denn so gut waren sie seit 40 Jahren nicht mehr gewesen. Dass Diego Forl&#195;&#161;n zum besten Spieler gew&#195;&#164;hlt wurde, unterstrich nur das &#195;&#188;berraschend gute Abschneiden der Mannschaft aus dem kleinen s&#195;&#188;damerikanischen Land. <br /><br />A propos klein: Zu den von sich dazu berufen f&#195;&#188;hlenden &#195;&#150;FB-Funktion&#195;&#164;re mit gebetsm&#195;&#188;hlenartiger Trostlosigkeit wiederholten Erkl&#195;&#164;rungen, warum &#195;&#150;sterreich sich mit sch&#195;&#182;ner Regelm&#195;&#164;&#195;&#159;igkeit nicht f&#195;&#188;r gro&#195;&#159;e Turniere qualifizieren kann, geh&#195;&#182;rt, die Kleinheit des Landes und seine geringe Bev&#195;&#182;lkerungszahl anzuf&#195;&#188;hren. Da sei das Reservoir an Spitzenspielern halt leider zu gering. Nun ja. Das kleine kaulquappen&#195;&#164;hnliche Gebilde inmitten Europas ist tats&#195;&#164;chlich eher mickrig geraten, und die acht Millionen Einwohner sind nicht die Welt. Aber hoppala: Uruguay hat bei weitem nicht soviele, sondern nur lausige dreieinhalb Millionen. Trotzdem haben sie es zu zwei Weltmeistertiteln und drei vierten Pl&#195;&#164;tzen gebracht. Wir dagegen m&#195;&#188;ssen uns mit einem dritten und einen vierten Platz begn&#195;&#188;gen. Was auch immer der Grund ist, der Schm&#195;&#164;h mit den zu wenigen Einwohnern sollte nach der starken Leistung Uruguays endg&#195;&#188;ltig gestorben sein, gell &#195;&#150;FB?<br /><br />Aber zur&#195;&#188;ck nach S&#195;&#188;dafrika. F&#195;&#188;r den neuen Weltmeister Spanien kann ich mich nicht erw&#195;&#164;rmen, aber das liegt daran, dass ich es nie geschafft habe, f&#195;&#188;r den spanischen Fu&#195;&#159;ball tieferes Interesse zu entwickeln. So sehr ich seit meiner Jugend mit dem englischen Fu&#195;&#159;ball mitlebe, so kalt l&#195;&#164;sst mich das Schickal von Real & Co. Daher habe ich das Finale ausnahmsweise als wirklich neutraler Betrachter verfolgt und dem Gezeigten durch ausgiebiges G&#195;&#164;hnen gehuldigt. Aber ich will nicht ungerecht sein: auch das Finale vor vier Jahren war rein vom sportlichen Aspekt her keinen Deut besser. Was es in Erinnerung bleiben lie&#195;&#159;, war ausschlie&#195;&#159;lich die Privatfehde zwischen Zin&#195;&#169;dine Zidane und Marco Materazzi, die in Zidanes Kopfsto&#195;&#159; kulminierte, der eine ganze Legion an Spieleprogrammierern, K&#195;&#188;nstlern, Philosophen und Literaten, ganz zu schweigen von der Journaille, auf Monate hinaus mit Stoff versorgte.<br /><br />Ein Ereignis von solch dramatischer Wucht war in S&#195;&#188;dafrika bei weitem nicht auszunehmen. Ein paar hirnrissige Schiedsrichterentscheidungen sorgten f&#195;&#188;r &#195;&#132;rger oder Heiterkeit, die Organisation lief ohne gr&#195;&#182;&#195;&#159;ere Zwischenf&#195;&#164;lle ab und die &#195;&#132;u&#195;&#159;erungen der Kommentatoren hatten eine Qualit&#195;&#164;t, die den "Ton aus"-Knopf zum Liebling des Publikums werden lie&#195;&#159;. Wenn die bierbewaffneten Fans nicht schon zuvor abgeschaltet hatten, weil ihnen das dumpfe, gleichm&#195;&#164;&#195;&#159;ige Dr&#195;&#182;hnen der Vuvuzelas auf die Nerven gegangen war. Dabei war der r&#195;&#182;hrende Klang der bunten Plastiktrompeten fast das einzige, was die Weltmeisterschaft eindeutig und unmissverst&#195;&#164;ndlich von allen anderen WM-Finales unterschied.<br /><br />Schon deswegen mochte ich die Vuzis.]]>
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<title>Doch schÃ¤men</title>
<description>Vor Beginn der Weltmeisterschaft in SÃ¼dafrika hab ich mich ja noch gemÃ¼tlich zurÃ¼ckgelehnt und gedacht: [...]</description>
<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 08:06:51 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[FuÃŸball]]></category>

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<![CDATA[Vor Beginn der Weltmeisterschaft in S&#195;&#188;dafrika hab ich mich ja noch gem&#195;&#188;tlich zur&#195;&#188;ckgelehnt und gedacht: Gut geht's dir, &#195;&#150;sterreich ist nicht dabei, da brauchst dich wenigstens vor deinen Freunden im Ausland nicht genieren.<br /><br />Aber da hatte ich kurzfristig verdr&#195;&#164;ngt, dass es Robert Green in die englische Nationalmannschaft geschafft hat. Ja, als Fan der Hammers ist man nicht so sehr gewohnt, einem der Seinen bei L&#195;&#164;nderspielen die Daumen dr&#195;&#188;cken zu m&#195;&#188;ssen. Weil West Ham United, weit davon entfernt, um irgendeinen Titel mitzuspielen, gerade wieder einmal dem Abstieg in die Fizzy Pop entkommen ist. Aber das Angebot an englischen Torh&#195;&#188;tern ist eher bescheiden. Daher ist Green also mit dabei. Und es w&#195;&#164;re nicht England, wenn nicht der Torwart patzt oder Stevie Gerrard einen Elfer vergibt. Elfer gab's zwar keinen, aber den Ball von den eigenen angezogenen Armen ins Tor kullern zu lassen, war eine Glanzleistung von unserem Robert, die nahtlos an &#195;&#164;hnlich brillante Aktionen von Scott Carson, David James oder Paul Robinson ankn&#195;&#188;pft. England, das Land der Fliegenf&#195;&#164;nger.<br /><br />Sch&#195;&#182;n, wir wollen nicht ungerecht sein: auch Olli Kahn hat sich einige Dummheiten geleistet. Aber der letzte Torh&#195;&#188;ter von Weltklasse, den England hervorbrachte, war Gordon Banks, und das ist jetzt vier Jahrzehnte her. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die Engl&#195;&#164;nder den Mann zwischen den Pfosten f&#195;&#188;r Dekor halten und sich mit seiner Ausbildung nicht so wahnsinnig viel M&#195;&#188;he geben. Vielleicht sollte ihnen einmal wer erkl&#195;&#164;ren, dass Fu&#195;&#159;ball doch ein etwas anderes Spielsystem als Rugby hat?<br /><br />Im &#195;&#188;brigen gehe ich mir heute eine Vuvuzela kaufen. Ich begeistere mich ja wahrlich nicht f&#195;&#188;r Fanartikel. Aber weil die gutmenschlichen Spie&#195;&#159;er sich voll dem Kampf gegen die Vuzis verschrieben haben - die sind zu laut und machen Spa&#195;&#159;, dass darf in der Welt der verbiesterten Gesundheitsfetischisten einfach nicht sein - sehe ich mich leider gezwungen, mir so eine Plastiktrompete zuzulegen. Vielleicht gibt's sogar eine in violett.]]>
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<title>MÃ¶pse statt Budget</title>
<description>Nachtrag zum RÃ¼cktritt von David Laws. Im Web 2.0 und diversen Kommentaren zu den entsprechenden Zeitungsartikeln [...]</description>
<pubDate>Wed, 02 Jun 2010 21:36:39 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>

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<![CDATA[Nachtrag zum R&#195;&#188;cktritt von David Laws. Im Web 2.0 und diversen Kommentaren zu den entsprechenden Zeitungsartikeln tauchten immer wieder Bemerkungen in die Richtung auf: Wenn wir nur mehr Politiker haben wollen, die <i>squeaky clean</i> sind, also eine vollkommen wei&#195;&#159;e moralische Weste haben, dann bleiben bald nur mehr spie&#195;&#159;ige Langweiler &#195;&#188;brig, die treu und bieder ihre Posten erledigen, ohne jeden Skandal, aber auch ohne jeden Ehrgeiz, die bestehenden Probleme anzupacken. Fade Apparatschiks statt tatkr&#195;&#164;ftige Macher. Wollen wir das?<br /><br />Nein, wollen wir nat&#195;&#188;rlich nicht, meine Lieben, aber ihr bringt hier gewaltig was durcheinander. Es gibt tats&#195;&#164;chlich eine ungute Tendenz, an Personen, die ein &#195;&#182;ffentliches Amt bekleiden, moralische Anforderungen in Bereichen zu stellen, die der &#195;&#150;ffentlichkeit egal zu sein haben, weil sie n&#195;&#164;mlich mit der Amtsf&#195;&#188;hrung nichts zu tun haben. Ob ein Minister sich f&#195;&#188;r Wagner-Opern oder Death Metal begeistert, ob er seinen Urlaub im Luxushotel an der C&#195;&#180;te d&#194;&#180;Azur oder in einer Badeh&#195;&#188;tte am Neusiedler See verbringt, ob er einen Jute-Tanga oder lieber doch einen Blaufuchsmantel tr&#195;&#164;gt, ob er auf vollbusige Kellnerinnen oder schwarzhaarige Badewascheln steht - schei&#195;&#159;egal, dass geht niemand was an. Von mir aus kann er sich auch dem Rudelbumsen mit grauen Bergziegen hingeben oder zu Mittag bereits blunznfett am Schreibtisch sitzen. Leopold Figl und Boris Jeltsin haben ihre L&#195;&#164;nder auch im Dauersuff noch ganz passabel regiert. Wie gesagt, v&#195;&#182;llig wurscht.<br /><br />Der Spa&#195;&#159; h&#195;&#182;rt aber auf, wenn ein Politiker sich bei Vorg&#195;&#164;ngen daneben benimmt, die sehr wohl amtsrelevant sind. Dazu geh&#195;&#182;rt vor allem der beliebte Sport, das ihm zugewiesene Budget als eine Art pekuni&#195;&#164;ren Selbstbedienungsladen zu verstehen. Dabei vergessen die Herren und Damen Volksvertreter gerne, dass es sich dabei um das Steuergeld der B&#195;&#188;rger handelt, dass ihnen, den Volksvertretern, nur zu treuen Handen &#195;&#188;bergeben wurde und von dem das Volk mit Recht erwarten darf, dass es wieder zu ihm zur&#195;&#188;ckflie&#195;&#159;t - in welcher Form auch immer. Dem Politiker stehen sein ihm vom Gesetz zugewiesenen Gehalt plus eventuelle Spesen zu - und nur die. Vom restlichen Budget hat er seine miesen kleinen Drecksfinger zu lassen.<br /><br />Eine weitere Frage, die die Effizienz der Amtsf&#195;&#188;hrung ganz entscheidend beeinflusst, w&#195;&#164;re die nach der Besetzung der Amtsposten. Wir h&#195;&#164;tten halt gerne den F&#195;&#164;higsten auf jedem Posten gesehn, und nicht den Bequemsten. Oder gar einen Volltrottel, der gerade versorgt werden muss, weil seine Partei derzeit leider kein Platzerl f&#195;&#188;r ihn frei hat.<br /><br />Wie gesagt, in diesen F&#195;&#164;llen sollte das Volk sehr wohl moralische Anspr&#195;&#188;che stellen. In der Praxis zerrei&#195;&#159;t es sich allerdings lieber den Mund &#195;&#188;ber Fionas wei&#195;&#159;e M&#195;&#182;pse als &#195;&#188;ber die budget&#195;&#164;ren Sauereien ihres KHG. Also leider genau falsch herum.]]>
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<title>Deppentango</title>
<description>SchÃ¶n, es hat keine "ages", Zeitalter, gebraucht, bis das Vereinigte KÃ¶nigreich seine neue Regierung [...]</description>
<pubDate>Sun, 30 May 2010 09:27:23 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>

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<![CDATA[Sch&#195;&#182;n, es hat keine "ages", Zeitalter, gebraucht, bis das Vereinigte K&#195;&#182;nigreich seine neue Regierung hatte. Schon am Tag nach meinem letzten Blogeintrag hat sich das P&#195;&#164;rchen Cameron-Clegg, das aussieht, wie derselben Klonfabrik entsprungen, auf ein konsevativ-liberales Pack'l g'haut und flott mit dem Regieren begonnen. Und weil sie's gar so flott angehen, m&#195;&#188;ssen sie sich zwei Wochen nach Regierung schon mit dem ersten R&#195;&#188;cktritt in ihrem Kabinett herumschlagen.<br /><br />Erwischt hat es den Finanzstaatssekret&#195;&#164;r David Laws, einen zwar auf Grund seiner beruflichen Karriere f&#195;&#188;r diesen Job eminent qualifizierten Mann, dessen charakterliche Eignung sich aber als nicht vorhanden entpuppte. Bitte, grunds&#195;&#164;tzlich hat er einmal nur dem beliebten Sport gehuldigt, sich aus der Staatskasse eine kleine Verg&#195;&#188;nstigung f&#195;&#188;r private Zwecke zu genehmigen. Das macht mehr oder weniger jeder, der die Gelegenheit dazu hat, und bei Lichte betrachtet sind die 40.000 Pfund Sterling, die Mr. Laws da abgezweigt hat, eine Lappalie. Die Summe hat sich angesammelt, weil Laws Abgeordneter des Kaffs Yeovil ist und in London eine Zweitwohnung braucht, die nat&#195;&#188;rlich Miete kostet. Ja, und diese Miete hat er sich vom Steuerzahler finanzieren lassen. Soweit befand er sich sogar im legalen Bereich. Leider stellte sich heraus, das der Hausherr, der die Miete kassierte, ein gewisser James Lundie, mit seinem Mieter seit Jahren Tisch und Bett teilte. Womit die Sache illegal war, denn steuerliche Zuwendungen an Ehe- oder Lebenspartner sind verboten. Worauf Mr. Laws treuherzig versicherte, Mr. Lundie sei ja gar kein Lebensgef&#195;&#164;hrte, weil sie beide - man h&#195;&#182;re und staune! - kein gemeinsames Bankkonto h&#195;&#164;tten. In Zeiten, in denen selbst Ehepaare, die sich der goldenen Hochzeit n&#195;&#164;hern, getrennte Konten haben, darf diese Ausrede als eher schwach gelten.<br /><br />Die &#195;&#150;ffentlichkeit hat sie auch nicht geschluckt. Denn erstens macht auch Pfund-Kleinvieh Mist, und au&#195;&#159;erdem regiert das Fu&#195;&#159;volk verst&#195;&#164;ndlicherweise gereizt, wenn gerade ein Mann, der selbst die Kleinverdiener aufs Sparen einstimmten soll, sich selber aus der vom Steuergeld ebendieser Kleinverdiener gespeisten Kasse bedient. Noch dazu, wo der gute Mann Million&#195;&#164;r ist. Jawohl, richtig gelesen. Der hat in seiner Zeit im Finanzsektor so &#195;&#188;ppig verdient, da h&#195;&#164;tte er die lausigen 40.000 Pfund locker aus der Portokasse berappen k&#195;&#182;nnen, zumindest aber von dem Moment an, in dem sich seine Bekanntschaft mit Lundie zu Liebe ausgewachsen hatte, die Miete nicht mehr verrechnen d&#195;&#188;rfen. Er tat's aber und lieferte f&#195;&#188;r dieses Verhalten eine groteske Erkl&#195;&#164;rung gleich dazu: h&#195;&#164;tte er die Miete irgendwann nicht mehr in Rechnung gestellt, dann h&#195;&#164;tte die &#195;&#150;ffentlichkeit erraten k&#195;&#182;nnen, dass Lundie sein Lebensgef&#195;&#164;hrte ist, und genau diese Tatsache wollte er, Laws, vor allem vor seiner Familie und seinen Freunden geheim halten.<br /><br />Abgesehen davon, dass Laws&#194;&#180; engere Entourage eine Ansammlung von grandiosen Blitzgnei&#195;&#159;ern sein muss, wenn sie nicht mitbekommen hat, dass Laws vom andern Ufer ist - ein Politiker, der versucht, einen Aspekt seines Lebens krampfhaft zu verbergen, ist offen f&#195;&#188;r Erpressungen jeder Art und schon deswegen untragbar. Wenn er dann noch unterschwellig andeutet, dass er die ganze Chim&#195;&#164;re nur aufgezogen hat, um Schaden von seiner Karriere abzuwenden, entpuppt er sich v&#195;&#182;llig als Depp, der die vergangenen drei&#195;&#159;ig Jahre gesellschaftlicher Entwicklung verschlafen hat. Gerade in Westminster, wo eineinhalb Jahrzehnte alle nach der Pfeife von Peter Mandelson, aka Queen Mandy, getanzt haben, d&#195;&#188;rfte die Unterstellung, Homosexualit&#195;&#164;t schade dem beruflichen Weiterkommen, nur gelangweiltes Augenverdrehen hervorrufen.<br /><br />Und der Bev&#195;&#182;lkerung wiederum ist es im Jahr 2010 schon erst recht powidl, wer mit wem im Bett liegt. Sie will den Spa&#195;&#159; nur nicht finanzieren m&#195;&#188;ssen.<br />]]>
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<title>It takes aagggeeeessss...</title>
<description>Diesen StoÃ&amp;#159;seufzer hab ich gerade auf Twitter gelesen. Dort verzweifeln einige Briten gerade, weil sie [...]</description>
<pubDate>Tue, 11 May 2010 10:09:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<![CDATA[Diesen Sto&#195;&#159;seufzer hab ich gerade auf Twitter gelesen. Dort verzweifeln einige Briten gerade, weil sie nach - tatarataaa - f&#195;&#188;nf Tagen noch immer keine Regierung haben. Auf uns &#195;&#150;sis, die wir manchmal Wochen darauf warten m&#195;&#188;ssen, dass sich die Parteien und Sozialpartner auf einen Koalitionsvertrag samt Regierung einigen, wirkt solche Ungeduld geradezu putzig. Aber die Engl&#195;&#164;nder, Waliser, Schotten und Nordiren - gemeinhin auch Briten genannt, was aber alle, au&#195;&#159;er den Engl&#195;&#164;ndern, nicht gerne h&#195;&#182;ren - sind das halt nicht gew&#195;&#182;hnt bei ihrem Mehrheitswahlrecht. Aber diesmal hat auch das FTPT (first-past-the-post) keiner Partei die absolute Mehrheit gebracht. Die Konservativen sind zwar vorne, aber weit weg von der absoluten Mehrheit. Also brauchen sie einen Partner, vorzugsweise die Liberaldemokraten, mit denen zusammen sie eine stabile Mehrheit h&#195;&#164;tten. Die Libdems wiederum stehen politisch Labour n&#195;&#164;her als den Tories, deswegen h&#195;&#188;pfen die Tories vor Verzweiflung auch schon im Kreis. Eine LabLib-Koalition hat zwar nur 315 Sitze von 323 notwendigen, aber zusammen mit SNP und Plaid Cymru geht sich's auf 324*) Sitze aus, und das reicht. Es darf halt nur ein einziger krank werden, aber Spannung w&#195;&#188;rzt bekanntlich das Leben.<br /><br />Wer Premier Minister wird, ist noch v&#195;&#182;llig unklar. Mein Traumkandidat w&#195;&#164;re ja Lord Mandelson. Und wenn nur, um mich vor Lachen zu zerkringeln, wenn er das erste G8-Treffen aufmischt. Wer kann schon dem F&#195;&#188;rsten der Finsternis widerstehen?<br /><br />*) Ja, ich wei&#195;&#159;, das Unterhaus hat 650 Sitze. Aber f&#195;&#188;nf entfallen auf Sinn Fein, die ihre Mandate bekanntlich nie wahrnehmen. Also sind real maximal 645 Abgeordnete anwesend.]]>
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<title>Die Zeit ist da</title>
<description>Gestern hat es mich nach langer Zeit der Abwesenheit wieder einmal in die Innere Stadt verschlagen. Ich [...]</description>
<pubDate>Thu, 06 May 2010 09:43:20 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[Kunst & Kultur]]></category>

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<![CDATA[Gestern hat es mich nach langer Zeit der Abwesenheit wieder einmal in die Innere Stadt verschlagen. Ich wollte gar nicht hin, vermutlich in weiser Ahnung dessen, was mich erwartete, sondern zum Schwedenplatz. Allerdings erwischte ich beim Aussteigen aus der U1 die falsche Station, und so stand ich entgegen meiner Absicht pl&#195;&#182;tzlich am Stephansplatz, sozusagen im Herzen Wiens. Leider auch im Herzen des hiesigen Touristenrummels, und genau da begannen die Zores.<br /><br />Mir ist ja bekannt, dass Wien, die ehemalige k. und k. Reichs- und Residenzstadt ganz massiv davon lebt, die kulturellen &#195;&#156;berreste des Habsburgerreiches gegen entsprechendes Entgelt dem Rest der Menschheit zur Konsumation zuzuf&#195;&#188;hren. Das ist grunds&#195;&#164;tzlich nichts Unehrenhaftes und freut die Fachgruppe <i>Tourismus und Freizeitwirtschaft</i> der WKO ebenso wie den Pr&#195;&#182;ll-Neffen ganz ungemein, weil viel Steuergeld in die Staatskasse flie&#195;&#159;t. Dagegen habe ich ja selbstverst&#195;&#164;ndlich auch als Einheimische nichts einzuwenden. Wer meint, sich den Nachttopf des Kaisers in Sch&#195;&#182;nbrunn und die S&#195;&#164;rge in der Kapuzinergruft zu Gem&#195;&#188;te f&#195;&#188;hren zu m&#195;&#188;ssen, bitte, mir soll's recht sein. Jedem Tierchen sein Pl&#195;&#164;sierchen.<br /><br />Nur werde ich den Verdacht nicht los, dass die touristischen Horden, die gestern den Stephansplatz besetzt hielten, nicht im mindesten an den vor Ort befindlichen Kultursch&#195;&#164;tzen interessiert waren. Beim Auftauchen aus den Tiefen des Wiener U-Bahnsystems dachte ich angesichts des dicht bef&#195;&#188;llten Platzes zuerst an eine Gro&#195;&#159;demo. &#195;&#156;berall Gruppen von Menschen, die eifrig miteinander tratschten, in ihren Taschen nach irgendwelchen Utensilien kramten und irgendwie unbedarft in die Gegen blickten. Da aber nirgendwo Transparente mit der Forderung nach <i>5-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich</i> oder <i>USA raus aus Favoriten</i> zu sehen waren, mir auch kein grimmig dreinblickender Jungproletarier ein Flugblatt mit dem Aufruf zur Gr&#195;&#188;ndung der XX. Kommunistischen Internationale in die Hand dr&#195;&#188;ckte, kam mir doch langsam aber grausam die Erkenntnis, dass es sich einfach um liebe G&#195;&#164;ste aus dem nahen und fernen Ausland handelte, die da als Verkehrshindernisse in der Gegend herumstanden.<br /><br />Meinen Wunsch, mich in die U-Bahnsch&#195;&#164;chte zur&#195;&#188;ck zu fl&#195;&#188;chten, machten nachdr&#195;&#164;ngende Zeitgenossen unerf&#195;&#188;llbar, also blieb mir nur die Flucht nach vorne, Richtung Rotenturmstra&#195;&#159;e. Auf dem Weg dahin stand ich mit jedem Schritt unweigerlich zwischen einer Kamera und dem zu fotografierenden Objekt, rempelte einen Zettelverteiler im Rokokokost&#195;&#188;m an und widerstand heldenhaft der Versuchung, an jede Person im Umkreis von einem Meter Fu&#195;&#159;tritte zu verteilen. Bei Anfang Rotenturmstra&#195;&#159;e wandelte sich die bis dahin statische Menschenmasse in ein Meer an durcheinanderflutenden Menschenstr&#195;&#182;men, die gebannt auf diverse hochgereckte Schirme oder sonsige stock&#195;&#164;hnliche Gebilde starrten, deren Spitzen wahlweise mit bunten Stofffetzen oder einem rosa Pl&#195;&#188;schhasen garniert waren. Jeder Tourist, der in einer Reisegruppe unterwegs ist, wird vermutlich drauf dressiert, immer hinter dem entsprechenden Fetzen herzulaufen - oder war's hinter dem  Pl&#195;&#188;schhasen? Nein, Schatzi, ich kann nicht nach links schauen, nein, nach rechts auch nicht, sonst verliere ich unsern F&#195;&#188;hrer aus den Augen.<br /><br />"F&#195;&#188;hrer, befiehl, wir folgen!", Version 21. Jahrhundert.<br /><br />Endlich beim Schwedenplatz angeschwemmt st&#195;&#188;rzte ich zum W&#195;&#188;rstelstand, wo ich  bei einer K&#195;&#164;sekrainer und einem 16er-Blech beschloss, den ersten Bezirk k&#195;&#188;nftig &#195;&#188;ber f&#195;&#188;r mein soziales Wohlbefinden absolut notwendige Besuche im Filmarchiv und Caf&#195;&#169; Alt-Wien hinaus zu meiden, was mir nicht schwer fallen d&#195;&#188;rfte - ein Bezirk, der Ursula Stenzel zur Bezirksvorsteherin gew&#195;&#164;hlt hat, verdient mein Geld n&#195;&#164;mlich sowieso nicht. <br /><br />Andrerseits: So ein Bad in der Touristenmenge ist kein schlechtes &#195;&#156;berlebenstraining. Was uns nicht umbringt, macht uns ja bekanntlich nur noch h&#195;&#164;rter. ]]>
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<title>Ab in den Konkurs</title>
<description>Griechenland nÃ¤mlich. Und alles seine GlÃ¤ubigerbanken gleich dazu. Egal ob in Frankreich, Deutschland [...]</description>
<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 16:35:13 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>

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<![CDATA[Griechenland n&#195;&#164;mlich. Und alles seine Gl&#195;&#164;ubigerbanken gleich dazu. Egal ob in Frankreich, Deutschland oder wo auch immer sie sitzen. Scheitern und daf&#195;&#188;r einstehen zu m&#195;&#188;ssen ist Teil des Kapitalismus. Was aber die Kapitalisten gerne vergessen. Wenn es n&#195;&#164;mlich daran geht, das eigene Versagen auszubaden, dann kann der Staat - will hei&#195;&#159;en, der Steuerzahler - gar nicht spendabel genug sein.<br /><br />Daher stehe ich auf dem Standpunkt: keinen Cent nach Griechenland. Keinen Cent an "Rettungsgeldern" f&#195;&#188;r Banken, die in Folge des griechischen Staatsbankrotts dann selbst ins finanzielle Straucheln kommen. Lassen wir die Kapitalisten doch einmal erleben, wie Kapitalismus pur schmeckt.<br /><br />Ein paar Anklagen gegen unf&#195;&#164;hige Manager wegen Bilanzf&#195;&#164;lschung oder betr&#195;&#188;gerischer Krida werden sich dann als Zuckerl sicher auch noch ausgehen.]]>
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<title>UHBP, 2. Halbzeit</title>
<description>Nein, dieser Eintrag hat nichts mit FuÃ&amp;#159;ball zu tun, auch wenn mich der heutige 5:1-Sieg meiner Veilchen [...]</description>
<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 17:40:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>

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<![CDATA[Nein, dieser Eintrag hat nichts mit Fu&#195;&#159;ball zu tun, auch wenn mich der heutige 5:1-Sieg meiner Veilchen gegen Mattersburg im Quadrat springen l&#195;&#164;sst: Jetzt, gegen Ende der Saison, wo eh nichts mehr zu holen ist, fangts ihr Wappler mit dem Toreschie&#195;&#159;en an? <br /><br />Aber lassen wir das. Heinz Fischer wurde heute als Bundespr&#195;&#164;sident der Republik &#195;&#150;sterreich wiedergew&#195;&#164;hlt. Quelle surprise. Unsere HBPs werden immer wiedergew&#195;&#164;hlt, dass es anders sein k&#195;&#182;nnte, ist bis zum Wahlvolk noch nicht durchgedrungen. Wenn dann die beiden Gegenkandidaten auch noch unter die Rubrik "Hirnsch&#195;&#188;ssler" fallen - eine treuteutsche Urmutter und ein Rabiatkatholik -, dann sollte es auch die Journaille nicht wundern, wenn nur knapp die H&#195;&#164;lfte der Wahlberechtigten &#195;&#188;berhaupt zur Wahl geht. Einen Schaden an der Demokratie herbeischreiben zu wollen ist angesichts der geringen Bedeutung, die das Volk dem Amt des Staatsoberhaupts zubilligt, l&#195;&#164;cherlich.<br /><br />Ja, ich wei&#195;&#159;, der Bundespr&#195;&#164;sident hat streng nach der Kelsen-Verfassung von 1929 fast diktatorische Vollmachten. Ich werde allerdings den Verdacht nicht los, dass diese Tatsache nicht einmal den Amtsinhabern so richtig bewusst ist. Weit davon entfernt, die Regierung zu entlassen oder den Nationalrat aufzul&#195;&#182;sen, beschr&#195;&#164;nken sie sich seit jeher darauf, politische Moral einzumahnen, zur Inbetriebnahme von neuen Autobahnabschnitten rot-wei&#195;&#159;-rote B&#195;&#164;nder zu durchschneiden und zu gegebenem Anlass - also vor allem am 26. Oktober - die Fernsehzuschauer mit salbungsvollen Ansprachen zu nerven.<br /><br />Es steht also nicht zu bef&#195;&#188;rchten, dass sich Heinz Fischer entscheidend in die Tagespolitik einmischen wird. Er hat einmal im Leben in einer politisch aufgeladenen Situation, n&#195;&#164;mlich in der Aff&#195;&#164;re Borodajkewycz, R&#195;&#188;ckgrat bewiesen, und gab sich hinfort staatstragend, lange bevor er das h&#195;&#182;chste Staatsamt innehatte. Freuen wir uns also auf weitere sechs Jahre mit B&#195;&#164;ndern und Ansprachen.]]>
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<title>Eisenstein, die nicht dritte</title>
<description>Nein, das ist keine Rezension, sondern die Inhaltsangabe zu Krieg der Sterne, wenn ihn nicht George Lucas, [...]</description>
<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 15:50:08 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[Kunst & Kultur]]></category>

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<![CDATA[Nein, das ist keine Rezension, sondern die Inhaltsangabe zu <i>Krieg der Sterne</i>, wenn ihn nicht George Lucas, sondern Sergej Eisenstein gedreht h&#195;&#164;tte. <img src="extensions/smilies/wink.gif" alt=":wink:" /><br /><br />Wer sagt denn, dass <i>Krieg der Sterne</i> quietschbunt sein muss? Es geht auch problemlos als Stummfilm in Schwarz-wei&#195;&#159;, und zwar so:<br /><br /><strong>Krieg der Sterne (by Eisenstein)</strong><br /><br />Als der junge Landarbeiter Luke Skywalker erleben muss, wie seine aufrecht proletarische Familie von tyrannischen kaiserlichen Truppen massakriert wird, fl&#195;&#188;chtet er in die W&#195;&#188;ste, wo er auf den ehemaligen Gewerkschaftler Obi-Wan Kenobi trifft. Der ist in den Untergrund gegangen um revolution&#195;&#164;re Zellen aufzubauen. Aktuell plant er, die Senatorin Leia Organa aus dem kaiserlichen Gef&#195;&#164;ngnisplaneten "Todesstern" zu befreien. Organa ist zwar eindeutig der Bourgeoisie zuzurechnen, gilt aber als unbeugsame Gegenerin des Kaisers, daher ist die Zusammenarbeit mit ihr unter den gegebenen objektiven Umst&#195;&#164;nden mit den Zielen des Proletariats vereinbar.<br /><br />Mit Hilfe des Schmugglers Han Solo, der leider die f&#195;&#188;r das Lumpenproletariat typischen moralischen Verfallserscheinungen wie Geldgier zeigt, gelangen sie zum Todesstern und befreien Leia und alle anderen Gefangenen, werden aber auf der Flucht auf einer riesigen Freitreppe von kaiserlichen Sturmtruppen niedergemetzelt. Kenobi l&#195;&#164;sst sich auf ein Duell mit Darth Vader, einem an schwerem Asthma leidenden kaiserlichen Karrieristen, ein und &#195;&#188;berlebt das nicht. Die wenigen &#195;&#156;berlebenden, darunter auch Leia, Luke, Solo und Freunde, werden zum Dienst auf dem Panzerkreuzer Executor verdonnert, wo sie einen geheimen Soldatenrat gr&#195;&#188;nden, um der Besatzung ihre Klassensituation bewusst zu machen.<br /><br />Als die Essensrationen gek&#195;&#188;rzt werden sollen, besetzen Leia und Co. die Kommandobr&#195;&#188;cke, kippen die kaiserlichen Offiziere in den Weltraum hinaus und steuern die Executor auf den Todesstern zu, wo der Kaiser gerade zu einer Inspektion eingetroffen ist. Die kaiserliche Flotte geht in Angriffsposition, aber nach einigen nervenzerfetzenden Minuten der Unsicherheit solidarisieren sich die kaiserlichen Truppen mit den Aufst&#195;&#164;ndischen. Diese st&#195;&#188;rmen den Todesstern, schmei&#195;&#159;en den Kaiser und seine Hofschranzen in einen Reaktorschacht und rufen die Union der sozialistischen Sowjetplaneten (UdSSP) aus.<br /><br />Letzte Einstellung: Der Todesstern leuchtet rot (handcoloriert!) auf, die siegreichen Rebellen ballen die Faust und singen die Internationale.]]>
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<title>Eisenstein, die zweite</title>
<description>Alexander NewskiMit RÃ¼cksicht auf Eilige, die wenig Zeit haben, aber doch wissen wollen, worum es [...]</description>
<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 13:53:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[Kunst & Kultur]]></category>

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<![CDATA[<strong>Alexander Newski</strong><br /><br />Mit R&#195;&#188;cksicht auf Eilige, die wenig Zeit haben, aber doch wissen wollen, worum es in diesem Film geht, bringe ich zuvor den Inhalt in einem Satz:<br /><br /><blockquote>Untermalt von eindrucksvollen russischen Ch&#195;&#182;ren, bringt eine Nowgoroder B&#195;&#188;rgermiliz, angef&#195;&#188;hrt von einem gro&#195;&#159;en, schlanken, blonden F&#195;&#188;rsten, einem Trupp imperialistischer Deutschordensritter bei, dass ein Kettenhemd eine schlechte Badebekleidung ist.</blockquote><br />Wer also auf revolution&#195;&#164;re Matrosen oder eine Ansprache des Genossen Lenin unter wehender roter Fahne hofft, wird entt&#195;&#164;uscht werden. Ebenso, ich sag's lieber gleich, alle, die sich in einem Film auch nur einen Funken Realismus, sei's in der bildlichen Umsetzung oder der Darstellung, erwarten. Alexander Jaroslawitsch, genannt Newski, ist nicht nur ein russischer Nationalheld und Nationalheiliger, sondern der Film wurde auch noch von Stalin in Auftrag gegeben, weil er ein aufmunterndes Epos gegen die Bedrohung durch Hitlerdeutschland brauchte. Helden waren angesagt, nicht streikende Fabriksarbeiter.<br /><br />Wer sich jetzt fragt, warum M&#195;&#164;nner wie Sergej Eisenstein und der Komponist Sergej Prokofjew, der die Musik zum Film beisteuerte, eine solchen Auftrag annahmen, sollte sich bitte an die Lage in der Sowjetunion im Jahr 1937 erinnern. Seit zwei Jahren f&#195;&#188;hrte die Stalinsche B&#195;&#188;rokratenclique einen Ausrottungskampf gegen alles, was die Oktoberrevolution vorbereitet, durchgef&#195;&#188;hrt und bewahrt hatte. Ihm fielen neben Theoretikern wie Bucharin, fast dem ganzen diplomatischen Corps und dem revolution&#195;&#164;ren Generalstab auch unz&#195;&#164;hlige K&#195;&#188;nstler zum Opfer, darunter Eisensteins Freund, der Schriftsteller Isaak Babel, und sein gro&#195;&#159;er Lehrer als Regisseur, Wsewolod Mejerhold. Fortschritt? Experimente? Pfui, das roch nach Bourgeoisie. Daher durfte Eisenstein erleben, wie sein erster Tonfilm "Beshinwiese" von Boris Schumjatskij, dem Chef von Sojuskino und damit oberstem Filmb&#195;&#188;rokraten, verboten wurde (und seitdem verschollen ist) und seine alten Werke, aber viel mehr noch seine Theorien zur Filmtechnik, als "formalistisch" verdammt wurden. "Formalistisch" lautete der Sammelbegriff f&#195;&#188;r: unerw&#195;&#188;nscht. Und unerw&#195;&#188;nscht war Eisenstein in vieler Hinsicht: zu intelligent, zu bisexuell, zu aufs&#195;&#164;ssig - was braucht ein K&#195;&#188;nstler schon eigene Ideen ausbr&#195;&#188;ten, wenn's doch ohnehin glasklare Vorgaben von der Filmbeh&#195;&#182;rde gibt? Eben. Dazu verfolgte Schumjatskij Eisenstein mit einem Hass, der nur mehr pathologisch zu nennen ist. Prokofjew wiederum hatte viele Jahre im Westen verbracht und galt schon deshalb als zweifelhafte Figur.<br /><br />Beide, Eisenstein wie Prokofjew, mussten also geradezu noch froh sein, dass Stalin darauf bestand, einen Film von der Gr&#195;&#182;&#195;&#159;enordnung des "Alexander Newski" nur absoluten Profis anzuvertrauen. Offensichtlich sah er beide als solche, denn sie bekamen den Auftrag. F&#195;&#188;r Drehbuch und Regie wurde Eisenstein allerdings jeweils ein "Assistent", will hei&#195;&#159;en ein Aufpasser, zur Seite gestellt. Begeistert war er vom Sujet zuerst nicht besonders, aber je mehr er sich mit den alten Chroniken besch&#195;&#164;ftigte, umso interessanter erschien ihm der Mann aus dem 13. Jahrhundert. Alexander, F&#195;&#188;rst von Nowgorod, hatte 1240 die Schweden and der Newa besiegt, was ihm den Beinamen "Newski" einbrachte, und schlug zwei Jahre sp&#195;&#164;ter einen Teil des Deutschen Ordens auf oder nahe dem zugefrorenen Peipussee. Mit den mongolischen Besatzern der Rus arbeitete er jedoch zusammen und unterband jeglichen Aufstand gegen sie - was ihm bei Nationalisten sp&#195;&#164;terer Jahrhunderte den Ruf der Feigheit einbrachte. N&#195;&#188;chtern betrachtet, scheint er vern&#195;&#188;nftig genug gewesen zu sein, um seine Grenzen zu kennen, die Mongolen sollten n&#195;&#164;mlich noch zwei Jahrhunderte l&#195;&#164;nger die Rus beherrschen. Eisenstein fand diesen emotionellen und politischen Spagat zwischen hartem Zuschlagen auf der einen und dem&#195;&#188;tiger Unterwerfung auf der anderen Seite hingegen durchaus interessant, und verfasste ein entsprechendes Drehbuch, das mit Alexanders Tod enden sollte.<br /><br />Wie damals &#195;&#188;blich, wurde das Drehbuch ver&#195;&#182;ffentlicht und diskutiert. Schon bald zeigte sich, dass die Rezensenten genau das Zwiesp&#195;&#164;ltige an Alexanders Charakter st&#195;&#182;rte. Ein Held stirbt? Njet. Ein Held beugt die Knie vor dem mongolischen Gro&#195;&#159;khan? Njet. Ein Held vernichtet die b&#195;&#182;sen Invasoren? Da! Ja, das passte. Eisenstein schlug als Titel <i>Die Schlacht auf dem Eis</i> vor, denn viel mehr war von seinem Drehbuch nicht &#195;&#188;brig geblieben. Njet. Man bestand auf <i>Alexander Newski</i>. Blieb noch eine Frage zu kl&#195;&#164;ren: wer sollte die Titelrolle spielen? Eine Mitarbeiterin schlug Nikolaj Tscherkassow vor. Nachtr&#195;&#164;glich gesehen ist man geneigt zu fragen: Who else? Aber damals lautete die Reaktion eher: Njjj- - na gut. Tscherkassow galt zwar als hervorragender Schauspieler mit zehn Jahren Erfahrung im Film, aber er kam von der Pantomime her und seine Rollen hatten praktisch alle, wenn sie nicht dezidiert komisch waren, einen Zug ins Groteske gehabt. Au&#195;&#159;erdem lehnte er zuerst einmal ab. Eisenstein, der bei allem Charme, den er privat entfalten konnte, auf dem Set als unbarmherziger Tyrann galt, war ihm nicht geheuer. Nach einigen Man&#195;&#182;vern fanden die beiden aber doch zusammen, und die Dreharbeiten konnten beginnen.<br /><br />Leider war es inzwischen Sp&#195;&#164;tfr&#195;&#188;hling 1938 geworden, was nicht so schlimm gewesen w&#195;&#164;re, wenn die Anweisung der Filmbeh&#195;&#182;rde an die Mosfilm nicht gelautet h&#195;&#164;tte, den Film gef&#195;&#164;lligst noch 1938 fertig zu stellen. Und tats&#195;&#164;chlich: die ber&#195;&#188;hmte Eisschlacht wurde w&#195;&#164;hrend einer Hitzewelle im Hochsommer gedreht, in einem abgeholzten Obsthain, in dem alles aufgestreut wurde, was pulverf&#195;&#182;rmig und wei&#195;&#159; war. Glasstaub, Salz, Soda, Watte, tonnenweise. Und das in einem Land, das sechs Monate pro Jahr im Schnee versinkt ... Hut ab, Genossen, vor diesem Muster angewandter Planwirtschaft!<br /><br />Wenn trotzdem viele Einstellungen den Eindruck einer in eisiger K&#195;&#164;lte erstarrten Landschaft vermitteln, so liegt das ausschlie&#195;&#159;lich an Eisensteins F&#195;&#164;higkeit, entsprechend ausdrucksstarke Bilder zu schaffen, und den Filtern, die Edouard Tiss&#195;&#169; seiner Kamera aufs Objektiv steckte.<br /><br />Die Handlung ist, wie immer bei Legenden, leicht erz&#195;&#164;hlt:<br /><br />***<br />Wir befinden uns im 13. Jahrhundert in der Rus. Auf den Wiesen bleichen die Knochen der Krieger, die im Kampf mit den mongolischen Besatzern gefallen sind. Vorerst ist eine Art Friede eingekehrt, der es auch den Fischern am Pleschtschejewosee erlaubt, ihrem Handwerk nachzugehen.<br /><br />Die Idylle wird von einer mongolischen Patrouille gest&#195;&#182;rt, die Ergebenheitsbezeugungen erwartet, was die Fischer mit einer Schl&#195;&#164;gerei beantworten. Die wird sehr schnell von einem Mann unterbrochen, dem man sofort anmerkt, dass er kein Fischer sein kann - noch eher er sich den Mongolen auf deren diesbez&#195;&#188;gliche Frage als "Der F&#195;&#188;rst hier, Alexander" vorstellt. Ein mongolischer Funktion&#195;&#164;r erkennt ihn als den Sieger &#195;&#188;ber die Schweden und bietet ihm einen Posten bei der Goldenen Horde an, was Alexander ablehnt.<br /><br />Der Patrouille k&#195;&#182;nnen Alexander und seine Fischer nur bitter nachblicken, obwohl viele k&#195;&#164;mpfen wollen. Aber die Mongolen sind noch zu stark, daf&#195;&#188;r nahen von Westen deutsche Truppen heran. Die seien n&#195;&#164;her und gef&#195;&#164;hrlicher, meint Alexander.<br /><br />Wie stark und gef&#195;&#164;hrlich d&#195;&#188;rfen die Einwohner von Nowgorod bald erfahren. W&#195;&#164;hrend zwei von ihnen, Gawrilo Olexitsch und Wassilij Buslaj, noch um eine holde Maid namens Olga Danilowna herumscharwenzeln, ruft die Sturmglocke alle B&#195;&#188;rger auf den Hauptplatz. Von einem verwundeten Boten erfahren sie dort die Schreckensbotschaft: die nahe Stadt Pskow sei gefallen und die Deutschordensritter metzelten alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte. Die Kaufmannschaft wiegelt ab, so schlimm sei alles nicht, man werde sich schon freikaufen k&#195;&#182;nnten. Andere widersprechen: die Reichen schon, die weniger Reichen h&#195;&#164;tten aber keine Chance, daher m&#195;&#188;sse man Alexander zur&#195;&#188;ckholen und die Deutschen angreifen. Die Reaktion auf den Namen des F&#195;&#188;rsten reicht von glatter Ablehnung bis zu enthusiastischer Zustimmung.<br /><br />&#195;&#156;ber Pskow h&#195;&#164;ngen dunkle Rauchschwaden. Die Stadt ist nur mehr eine Ruine, die Bev&#195;&#182;lkerung zusammen getrieben oder tot, &#195;&#188;berall in der Stadt halten Ritter des Deutschen Ordens Wache. Zwei Verr&#195;&#164;ter aus Nowgorod melden dem Gro&#195;&#159;meister, dass Nowgorod beschlossen hat, sich zu wehren. Daraufhin werden die gefangenen B&#195;&#188;rger hingerichtet, darunter auch der B&#195;&#188;rgermeister. Er kann seiner Tochter Wassilissa gerade noch den Auftrag erteilen, ihn zu r&#195;&#164;chen und Alexander zu Hilfe zu holen.<br /><br />Der F&#195;&#188;rst langweilt sich inzwischen in seinem Domizil in Perejaslawl, da wird ihm die ersehnte Deputation aus Nowgorod gemeldet. Als er f&#195;&#188;r ihren respektvollen Gru&#195;&#159; nur eine wortlose, herablassende Geste &#195;&#188;brig hat, verst&#195;&#164;rkt sich f&#195;&#188;r den Zuseher der Verdacht, dass es zwischen den Nowgorodern und ihrem siegreichen F&#195;&#188;rsten in der Vergangenheit einen gr&#195;&#182;beren politischen Pallawatsch gegeben hat. Gl&#195;&#188;cklicherweise ist Alexander bereit, die Beleidigung (welche, bleibt unerw&#195;&#164;hnt) zu vergessen und wieder das Kommando zu &#195;&#188;bernehmen. Gegen die deutschen Truppen wird seine Leibwache, die Druschina, aber nicht reichen: man m&#195;&#188;sse auch die Milizen und die Bauern zusammenrufen.<br /><br />Das geschieht, und Alexander marschiert bereits mit einer beachtlichen Armee in Nowgorod ein, wo ihm die Bev&#195;&#182;lkerung das Kommando &#195;&#188;bertr&#195;&#164;gt. W&#195;&#164;hrend die Waffenschmiede ihre Ware an jeden, der sie brauchen kann, verteilen, macht Olga ihren beiden Verehrern klar, dass die den zu heiraten gedenkt, der sich in der kommenden Schlacht als der tapferere erweisen wird.<br /><br />Tapferkeit haben die Truppen Alexanders auch bitter n&#195;&#182;tig, denn die Ritter des deutschen Ordens sind besser bewaffnet und ausgebildet, was die Nowgoroder Vorhut auch zu sp&#195;&#188;ren bekommt, als sie wird von den deutschen Truppen fast aufgerieben wird.<br /><br />Den Abend vor der Schlacht vertreiben sich die Nowgoroder mit anz&#195;&#188;glichen Geschichten am Lagerfeuer. Eine davon inspiriert Alexander zu seiner Strategie, die er seinen Unterf&#195;&#188;hrern mitteilt: Buslaj soll mit den Bauern einen Block am Rand des Peipussees bilden, in dem sich die Ordensritter, die keilf&#195;&#182;rmig gestaffelt angreifen, festrennen sollen. Dann wird Alexander mit seiner Druschina von der rechten Flanke und Gawrilo von der linken angreifen.<br /><br />Am Morgen des 5. April 1242 sind die Nowgoroder schon in Stellung, Alexander verfolgt den Beginn der Schlacht von einem Felsvorsprung, dem Rabenstein, aus. Die Deutschordensritter jagen in der erwarteten Keilform heran und krachen in den Nowgoroder Block. Zuerst scheint es, als w&#195;&#188;rde ihnen wie gewohnt der Durchbruch gelingen, aber mit dem Einfallsreichtum der Bauern, die sie einfach mit langen Haken vom Pferd ziehen, haben sie offenbar nicht gerechnet. Der Keil bleibt, wie von Alexander geplant, stecken. Sobald er sieht, dass seine Strategie aufgeht, st&#195;&#188;rzt er sich selbst in die Schlacht. Die gro&#195;&#159;en Bl&#195;&#182;cke an K&#195;&#164;mpfern l&#195;&#182;sen sich langsam in kleinere Einheiten auf, als der Gro&#195;&#159;meister einen Strategiewechsel befiehlt: er ruft seine Ritter zur&#195;&#188;ck, um einen ungeheuren Schildwall aufzubauen, aus dem heraus er die Nowgoroder langsam durch kurze Vorst&#195;&#182;&#195;&#159;e seiner Fu&#195;&#159;truppen erm&#195;&#188;den will. Das geht einige Zeit gut, aber letztlich pr&#195;&#188;geln sich die Nowgoroder durch den Schildwall durch und Alexander fordert den Gro&#195;&#159;meister zum Duell. Als der Gro&#195;&#159;meister unterliegt, ist die Schlacht entschieden. Die Truppen des Deutschen Ordens jagen in wilder Flucht &#195;&#188;ber den See zur&#195;&#188;ck, verfolgt von Alexanders Druschina. Da gibt das Eis nach ...<br /><br />Die Nacht bricht &#195;&#188;ber dem Schlachtfeld mit den unz&#195;&#164;hligen Toten herein, und &#195;&#188;ber den Frauen, die im Schein der Fackeln ihre M&#195;&#164;nner suchen. Olga Danilowna hat Gl&#195;&#188;ck: sie findet beide Verehrer lebend und bringt sie nach Pskow zur&#195;&#188;ck.<br /><br />Dort wird bald das siegreiche Heer empfangen: die Gefallenen mit Ehrfurcht, die Gefangenen mit Verachtung und der siegreiche F&#195;&#188;rst mit lautem Jubel. Alexander kann es nicht lassen, seinen wankelm&#195;&#188;tigen Nowgorodern eine kleine Predigt zu halten, bevor er &#195;&#188;ber die Gefangenen urteilt: die Fu&#195;&#159;soldaten d&#195;&#188;rfen gehen, die Ritter werden gegen L&#195;&#182;segeld in Form von Seife eingetauscht. Die Verr&#195;&#164;ter &#195;&#188;berantwortet er der Volksjustiz, die im Gegensatz zu Alexander keine Gnade kennt.<br /><br />Olgas Dilemma - wen nehme ich zum Mann? - l&#195;&#182;st sich von selbst, als Buslaj beschlie&#195;&#159;t, Wassilissa, die Tochter des B&#195;&#188;rgermeisters von Pskow, zu heiraten, die getreu ihrem Versprechen den Tod ihres Vaters in der Schlacht ger&#195;&#164;cht hat. Olga heiratet Gawrilo Olexitsch, und Alexander bleibt nur mehr &#195;&#188;brig, das Siegesfest f&#195;&#188;r er&#195;&#182;ffnet zu erkl&#195;&#164;ren und den Fu&#195;&#159;truppen des Deutschen Ordens eine Warnung mit auf den Heimweg zu geben: Wer als Gast russisches Land betritt, der ist willkommen. Wer aber mit dem Schwert kommt, der wird durch das Schwert fallen!<br />***<br /><br />Der letzte Satz ist ber&#195;&#188;hmt: er hat einer Generation von Sowjetb&#195;&#188;rgern als Durchhalteparole gegen die Nazis gedient. Deswegen, und wegen der wenig schmeichelhaften Darstellung der Deutschordensritter, haben sich ganze Heerscharen von Filmkritikern abf&#195;&#164;llig &#195;&#188;ber den <i>Alexander Newski</i> ge&#195;&#164;u&#195;&#159;ert. Das ganze sei einfach ein &#195;&#188;bles Propapagandamachwerk, nur wegen Prokofjews Musik sehenswert, und Sergej Eisensteins unw&#195;&#188;rdig. Woran der Zuseher das erkennt? Also, vor allem sind die Russen ausschlie&#195;&#159;lich positiv und die Deutschen ausschlie&#195;&#159;lich negativ dargestellt. Reines schwarz-wei&#195;&#159; der Charaktere also! Das sei einfach l&#195;&#164;cherlich! Ach ... Schon einmal Grimms Hausm&#195;&#164;rchen gelesen? Oder die Legende von Robin Hood? Dort l&#195;&#164;uft's genauso. Die Guten k&#195;&#164;mpfen gegen die B&#195;&#182;sen. Diese Erz&#195;&#164;hltechnik erlaubt mit ihrer ma&#195;&#159;losen Vereinfachung keine Abbildung der Wirklichkeit mehr, aber sie kann Ideen eindringlich herausstellen. Und was soll die Unterstellung, der "Alexander Newski" sei mit seiner reduktionistischen Moral eine Ausnahme in Eisensteins Werk? Was k&#195;&#182;nnte reduktionistischer sein als der <i>Potjomkin</i>, in dem jeder zaristische Offizier ein Sadist ist? Oder der "Iwan Grozny", in dem jeder Bojar so r&#195;&#188;ckst&#195;&#164;ndig erscheint, dass der Zuseher sich fast danach sehnt, dass ihn die Opritschniki endlich umbringen?<br /><br />Sagen wir es einmal so: Ich halte es f&#195;&#188;r legitim, wenn jemand die darstellerische Vereinfachung in ein Gut-B&#195;&#182;se Schema aus weltanschaulichen oder anderen Gr&#195;&#188;nden f&#195;&#188;r gef&#195;&#164;hrlich h&#195;&#164;lt und Filme, die sich seiner bedienen, daher ablehnt. Dann erwarte ich mir aber, dass der Betreffende seinen Ekel vor <i>Alexander Newski</i> freundlicherweise auch auf die penetrant einseitige S&#195;&#188;dstaatler-Verherrlichung <i>Vom Winde verweht</i> und den nicht minder penetranten anti-englischen Hetzfilm <i>Braveheart</i> ausdehnt. Verstehe, das sollen auf einmal keine Propagandafilme sein? Seltsam ...<br /><br />&#195;&#156;brigens habe ich den Verdacht, dass viele Filmhistoriker den <i>Alexander Neswki</i> nur deswegen hassen, weil er ungeheuer popul&#195;&#164;r war. Was der Masse gef&#195;&#164;llt, kann bekanntlich nur Schrott sein. So verschweigen sie auch die Tatsache, dass kein Film Eisenteins - auch nicht der <i>Panzerkreuzer Potjomkin</i>! - so weitreichenden Einfluss auf die Filmgeschichte aus&#195;&#188;bte und noch immer aus&#195;&#188;bt wie der <i>Newski</i>.<br /><br />Denn wenn<br /><br />- eine Linie von Kriegern auf einem tief liegenden Horizont auftaucht, &#195;&#188;ber dem sich &#195;&#188;ppige Wolkenformationen erheben -<br />- die "Guten", seien es jetzt die Armee K&#195;&#182;nig Heinrichs V, die Sklaventruppe des Spartakus oder die Gungan Grand Army, in eher lockeren Haufen die Schlacht erwarten, w&#195;&#164;hrend die "B&#195;&#182;sen" in streng geometrischen Formationen aufmarschieren -<br />- nach der Schlacht, auch einer f&#195;&#188;r den Helden erfolgreichen, mit den Toten und Verwundeten auch die Schattenseite des Krieges gezeigt wird -<br />- die Handkamera f&#195;&#188;r kurze Zeit einen Eindruck vermittelt, wie es mitten in einer Schlacht aussieht -<br />- der Anf&#195;&#188;hrer der "Guten" am Abend vor der Schlacht durchs Lager geht, um die Stimmung seiner Leute zu heben -<br />- der Anf&#195;&#188;hrer der "Guten" den Anf&#195;&#188;hrer der "B&#195;&#182;sen" w&#195;&#164;hrend der Schlacht zum Duell fordert -<br />- die "B&#195;&#182;sen" auf einem zugefrorenen See gestellt werden und das Abenteuer unter Wasser beenden -<br />- in einer weit, weit entfernten Galaxis wei&#195;&#159; gepanzerte Sturmtruppen und ihr schwarz gepanzerter Anf&#195;&#188;hrer gar seltsame Helme tragen -<br />- in ebendieser Galaxis der oberste Chef der "B&#195;&#182;sen" ein Mann mit zerfurchtem Gesicht in einem einfachem schwarzen Kapuzenmantel ist -<br />- ein wei&#195;&#159;er Hai herannaht und dazu eine abgehackte, monotone Musik ert&#195;&#182;nt -<br /><br />dann geht das alles auf eine Szene oder eine Tonfolge im <i>Alexander Newski</i> zur&#195;&#188;ck. Dieser Film hat das ganze Genre des <i>epic movie</i>, also des Schlachten- und Sandalenfilms begr&#195;&#188;ndet! Sein Einfluss reicht aber in fast jedes Genre hinein, am deutlichsten wahrscheinlich in die Fantasy. Bitte, es leiden ja viele Regisseure unter zumindest latentem EKS (Eisenstein-Kopier-Syndrom), wenn allerdings ein notorischer Kommunistenfresser wie John Milius f&#195;&#188;r seinen Film <i>Conan, der Barbar</i> den <i>Alexander Newski</i> hemmungslos ausschlachtet, dann ist das geradezu ein Treppenwitz der Filmgeschichte. Und noch seltsamer: es funktioniert problemlos. Eisensteins bl&#195;&#188;hende Phantasie, die den Deutschordensrittern H&#195;&#188;hnerkrallen und seltsam verbogene H&#195;&#182;rner auf die Topfhelme zauberte, passt in Cimmerien genauso wie in Pskow.<br /><br />Nirgendwo zuhause scheint hingegen der Held selbst zu sein. &#195;&#156;ber Alexander Jaroslawitsch als Menschen erf&#195;&#164;hrt man praktisch nichts, gerade einmal den Namen seines Vaters, und das nur, weil in Russland der Vatersname in der Anrede verwendet wird. Alexander spricht keine Silbe mehr, als unbedingt notwendig, zeigt in seiner Behandlung der Kriegsgefangenen einwandfreies marxistisches Klassenbewusstsein und wird nicht durch seine Bindung an andere Personen, wie Familie und Freunde, definiert, sondern ausschlie&#195;&#159;lich durch seine gesellschaftliche Funktion als milit&#195;&#164;rischer Anf&#195;&#188;hrer. Mit seiner Wortkargheit und emotionalen Bindungslosigkeit nimmt er die sehr &#195;&#164;hnlich gearteten Helden Sergio Leones vorweg und unterscheidet sich deutlich von klassischen Filmhelden wie K&#195;&#182;nig Artus, bei denen gerade der Widerspruch zwischen den emotionalen Bed&#195;&#188;rfnissen des Subjekts und den Erwartungen der Gesellschaft im Mittelpunkt steht.<br /><br />Fazit: <i>Alexander Newski</i> ist eine mittelalterliche Heldenlegende, gefiltert durch die Linse des sozialistischen Realismus und mit einigen Versatzst&#195;&#188;cken der Fantasy versehen, dazu noch mit hervorragender Musik. Das <i>Lied von Alexander Newski</i> ist f&#195;&#188;r mich die sch&#195;&#182;nste Melodie der ganzen Filmgeschichte.<br />Da gibt's nur eines: Augen auf, Ohren auf - und durch!<br /><br />]]>
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<title>Eisenstein, die erste</title>
<description>Rezension nÃ¤mlich. Ich habe vor Jahren zwei Rezensionen zu Filmen von Sergej Eisenstein fÃ¼r die Seite [...]</description>
<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 13:21:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[Kunst & Kultur]]></category>

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<![CDATA[Rezension n&#195;&#164;mlich. Ich habe vor Jahren zwei Rezensionen zu Filmen von Sergej Eisenstein f&#195;&#188;r die Seite <a href="http://www.kino.de">Kino.de</a> geschrieben. Damit sie nicht in Vergessenheit geraten, stelle ich sie auch hier - mit geringf&#195;&#188;gigen &#195;&#132;nderungen - ins Blog. Also los, da h&#195;&#164;tten wir einmal:<br /><br /><strong>Iwan der Schreckliche, Teil I und II</strong><br /><blockquote>Dieser Film erz&#195;&#164;hlt die Geschichte eines Mannes, dem es im 16. Jahrhundert zum ersten Mal gelang, Ru&#195;&#159;land zu einigen.<br />Er erz&#195;&#164;hlt die Geschichte des F&#195;&#188;rsten von Moskau, der aus vielen kleinen F&#195;&#188;rstent&#195;&#188;mern ein geeintes und m&#195;&#164;chtiges Reich geschaffen hat.<br />Die Geschichte eines gro&#195;&#159;en Heerf&#195;&#188;hrers, der seine Truppen im Osten und im Westen zum Erfolg f&#195;&#188;hrte.<br />Er erz&#195;&#164;hlt von dem Zaren Iwan, der sich als erster die Krone von ganz Russland aufs Haupt setzte.</blockquote><br />So beginnt die Filmtrilogie[1] <i>Iwan Grozny</i> von Sergej Eisenstein, und an dieser Einblendung als ein Beispiel typisch sowjetischer Propagandaphraseologie haben die Kritiker &#195;&#188;ber die Jahrzehnte hinweg ihr Missfallen an diesem Film festgemacht. Es sei der eindeutige Beweis, dass Eisenstein als Regisseur und Drehbuchautor sich den Forderungen der stalinistischen Kulturbeh&#195;&#182;rden unterworfen h&#195;&#164;tte, wof&#195;&#188;r die Verleihung des Stalin-Preises an den ersten Teil der Filmtrilogie ja auch ein noch schlagendere Beweis sei. Auch wenn er im zweiten Teil dann versucht habe, den wahren Charakter Iwans zu schildern, was zur Beschlagnahmung des Films bis 1958 gef&#195;&#188;hrt habe, sei das Werk doch eine unertr&#195;&#164;gliches Loblied auf einen totalit&#195;&#164;ren Herrschaftsstil und eine schlecht verh&#195;&#188;llte Rechtfertigung f&#195;&#188;r Gewalt als Mittel zur Durchsetzung von Politik.<br /><br />Ich will mich hier gar nicht &#195;&#188;ber Kritiker auslassen, deren Wahrnehmung in Sachen Bewertung von politischer Gewalt, sehr, sagen wir, selektiv ist. Da werden doch wohl einige George Bush gew&#195;&#164;hlt haben, oder? Nein, darum geht's mir hier gar nicht. Aber wer eine Kritik zu einem Film schreibt, der sich einer historischen Person annimmt, sollte sich zumindest in Grundz&#195;&#188;gen mit dem Leben dieser Person vertraut machen. Dann k&#195;&#164;me er n&#195;&#164;mlich sehr schnell drauf, dass der Vorwurf, Eisenstein habe in den beiden Teilen zwei verschiedene Iwans geschildert, nicht Ausdruck von k&#195;&#188;nstlerischem Versagen ist, sondern einfach die Entwicklung von Russlands erstem Zaren, wie sie in den Chroniken geschildert wird, nachvollzieht. Ja, Iwan IV war tats&#195;&#164;chlich "Zar und Selbstherrscher", aber gekr&#195;&#182;nte Pazifisten d&#195;&#188;rften im 16. Jahrhundert eine sehr kurzes Ablaufdatum gehabt haben.<br /><br />Dabei beginnen die Zores ja schon wo ganz anders. Ich habe am Beginn im Filmtitel den Beinamen "Grozny"[2] un&#195;&#188;bersetzt gelassen. Das war kein Versehen. Denn die Frage, warum ein weltber&#195;&#188;hmter Regisseur einen elendslangen Film &#195;&#188;ber einen Herrscher dreht, der als der "Schreckliche" in die Weltgeschichte eingegangen ist, scheint ja auf erste gar nicht so abwegig. Leider trifft die &#195;&#156;bersetzung nur einen Teil der Bedeutung von "grozny". Dieses Eigenschaftswort hat eine gemeinsame Wurzel mit "groza", dem Gewitter. Und wie ein Gewitter mit seinen Blitzen zerst&#195;&#182;ren kann, so reinigt es aber auch die Luft und bietet nebenbei ein beeindruckendes Naturschauspiel. Und genau so ist Iwan IV in der Geschichtsschreibung Russlands verstanden worden: als ein Herrscher, der Altes zerst&#195;&#182;rt und Neues aufgebaut hat, und machmal wie der Blitz dreinfuhr (hei&#195;&#159;t im Klartext: Terror ausge&#195;&#188;bt hat), um das Neue durchzusetzen. Vielleicht w&#195;&#164;re "Grozny" am besten mit "der Ehrfurchtgebietende" zu &#195;&#188;bersetzen. Aber es hat sich halt einmal die &#195;&#156;bersetzung "der Schreckliche" eingenistet, und wenn dann noch ein Vorspanntext wie eingangs beschrieben auftaucht, kann das einem Publikum schon sauer aufsto&#195;&#159;en.<br /><br />Nur: Eisenstein war an diesem Pseudo-Agitprop nicht schuld! Er entstammte der kreativen Umtriebigkeit der Zensurbeh&#195;&#182;rde, die noch zwei weitere &#195;&#132;nderungen befahl. So mu&#195;&#159;te die Schilderung der Kindheit Iwans vom Anfang des ersten Teiles gestrichen werden - da sie aber als R&#195;&#188;ckblende im zweiten Teil verwendet werden durfte, scheinen hier k&#195;&#188;nstlerischen &#195;&#156;berlegungen der Grund f&#195;&#188;r den Eingriff gewesen zu sein. Eindeutig politischer Ursache war hingegen die Entfernung des Eides der Opritschniki, einer Szene, die Eisenstein f&#195;&#188;r eine der wichtigsten in der ganzen Trilogie hielt, weil sie den menschenverachtenden Anspruch Iwans auf bedingungslose Unterwerfung seiner Getreuen schilderte. Entsprechend verzweifelt war Eisenstein, dass sie nicht gezeigt werden durfte. N&#195;&#188;chtern betrachtet h&#195;&#164;tte er sich allerdings denken k&#195;&#182;nnen, dass Stalin nur deswegen die Verfilmung von Iwans Leben erlaubt hatte, weil er hoffte, in einem Herrscher, der das Neue mit Terror durchsetzte, eine &#195;&#182;ffentliche Rechtfertigung f&#195;&#188;r seine eigene politische Vorgehensweise zu finden. Die dunklen Seiten Iwans waren da nat&#195;&#188;rlich nicht willkommen. Was Stalin pers&#195;&#182;nlich von Eisensteins Film hielt, ist unbekannt. Entz&#195;&#188;ckt kann er von der Darstellung Iwans als eines letztlich paranoiden, zweifelnden und bisexuellen Tyrannen wohl nicht gewesen sein.<br /><br />Der Stalin-Preis, der dem ersten Teil verliehen wurde, hatte also einige kleine "Umarbeitungen" erfordert. Wer sich den Film heute ansieht, sollte beim Vorspanntext besser die Augen schlie&#195;&#159;en und sich in Erinnerung rufen, was Eisenstein an dieser Stelle vorgesehen hatte:<br /><br /><blockquote>In einem Jahrhundert, als Europa Karl V, Philipp II,<br />Katharina von Medici und den Herzog von Alba,<br />Heinrich den VIII und Maria die Blutige,<br />die Feuer der Inquisition und die Bartholom&#195;&#164;usnacht, erlebte,<br />bestieg jener Mann den Thron des Moskauer Gro&#195;&#159;f&#195;&#188;rsten,<br />der als erster Zar und Selbstherrscher aller Russen werden sollte -<br />Zar Iwan Wassiljewitsch Grozny.</blockquote><br />Das klingt doch gleich ganz anders! Statt vorauseilendem Lob f&#195;&#188;r den Helden eine n&#195;&#188;chterne Aufz&#195;&#164;hlung seiner Zeitgenossen als einer knappen Hilfe f&#195;&#188;r das Publikum, das Iwan damit zu vielleicht bekannteren Pers&#195;&#182;nlichkeiten in Beziehung setzen kann. Mehr aber auch nicht.<br /><br />Was dann folgt, ist die Schilderung eines Leben voller Schatten, mit wenig Licht.<br />Schon bei der Kr&#195;&#182;nung, mit der der Film einsetzt, tritt jener Konflikt zutage, der den ganzen Film durchziehen wird. Auf der einen Seite der frisch gekr&#195;&#182;nte Zar Iwan, jugendlich, voller Tatendrang, unterst&#195;&#188;tzt von seiner innig geliebten Frau Anastasja, auf der anderen die eifers&#195;&#188;chtigen Bojaren, angef&#195;&#188;hrt von Iwans machtgieriger Tante Jefrosinja Staritzkaja, die alles daranzusetzen bereit ist, ihren schwachsinnigen Sohn Wladimir auf den Thron zu bringen. Der erste Versuch, Iwan auszuhebeln, scheitert bei seiner Hochzeit, die darauf folgende Eroberung der Tatarenstadt Kasan festigt seine Macht. Bald darauf &#195;&#188;berlebt er nur mit M&#195;&#188;he eine schwere Krankheit, muss erleben, dass sein Freund F&#195;&#188;rst Kurbskij zu den mit Russland verfeindeten Polen desertiert, und seine geliebte Zarin stirbt. Verbittert zieht er sich ins Dorf Aleksandrowa Sloboda zur&#195;&#188;ck und gr&#195;&#188;ndet zur Durchsetzung seiner Ziele eine Art Leibwache aus ihm durch einen d&#195;&#188;steren Schwur auf Gedeih und Verderb ergebener Krieger - die Opritschniki.[3] Als die Moskauer ihn in einer Bittprozession auffordern, nach Moskau zur&#195;&#188;ckzukehren, folgt er diesem Ruf, sehr zum Entsetzen des polnischen K&#195;&#182;nigs Sigismund, der sich schon als Eroberer von Russland gesehen hat.<br /><br />Als Iwans fr&#195;&#188;herer Freund und nun M&#195;&#182;nch, Philipp, in zur moralischen Umkehr auffordert, weigert sich Iwan rundheraus - seit seiner Kindheit habe er mitansehen m&#195;&#188;ssen, wie Russland durch die Familienstreitigkeiten der Bojarendynasitien politisch zerrissen und ans Ausland verkauft worden sei, das k&#195;&#182;nne und werde er nicht dulden. Gewissenszweifel wegen seiner H&#195;&#164;rte plagen ihn aber doch. Vorerst fl&#195;&#188;chtet er aus seiner Einsamkeit seit Anastasjas Tod in die Arme von Fjodor Basmanow, einem jungen Opritschnik, der seine N&#195;&#164;he zum Zaren benutzt, um diesem klarzumachen, dass Anastasja vergiftet worden sei, und zwar von Jefrosinja. Iwans Wut entl&#195;&#164;d sich &#195;&#188;ber die Bojarenfamilien, deren m&#195;&#164;nnliche Mitglieder er summarisch hinrichten l&#195;&#164;sst. Auf eine Konfrontation mit Philipp, inzwischen Metropolit, in der Kathedrale reagiert Iwan mit grimmigem Trotz: wenn ihn ohnehin schon jeder f&#195;&#188;r ein Scheusal h&#195;&#164;lt, dann werde er eben tats&#195;&#164;chlich - schrecklich sein. Als erstes l&#195;&#164;sst er auch Philipp verhaften. Jefrosinja sieht den letzten Ausweg in der Ermordung Iwans, was auf einem Fest der Opritschniki geschehen soll. Das Fest gleicht eher einer Orgie, auf der sich Fjodor in prunkvollen Kleidern als Prinzessin geriert, da f&#195;&#164;llt auch nicht auf, wenn Wladimir scheinbar zum Spa&#195;&#159; mit dem Zarenornat bekleidet wird. W&#195;&#164;hrend der darauf folgenden Prozession in eine Kirche f&#195;&#164;llt Wladimir (wie von Iwan geplant!) dem M&#195;&#182;rder, der ihn f&#195;&#188;r den echten Zaren h&#195;&#164;lt, zum Opfer. Jefrosinjas Traum ist zerst&#195;&#182;rt und Iwans Macht gesichert.<br /><br />Was blieb noch f&#195;&#188;r den dritten Teil? Zum einen sollte die Beziehung zwischen Iwan und Fjodor zu einem bizarren H&#195;&#182;hepunkt gef&#195;&#188;hrt werden: denn Iwan fordert von seinem Geliebten den Vatermord als Beweis seiner unabdinglichen Treue. Fjodor f&#195;&#188;hrt diesen Mord nach einigem Z&#195;&#182;gern auch aus - nur um selbst auf Befehl des Zaren hingerichtet zu werden. Denn, so folgert Iwan, wer seinen eigenen Vater t&#195;&#182;tet, der werde auch vor Zarenmord nicht zur&#195;&#188;ckschrecken. Die Last seiner Verbrechen zwingt Iwan dann immerhin zu einer gro&#195;&#159;en Beichte. In der letzten Einstellung des Film erreicht Iwan endlich den Strand der Ostsee, w&#195;&#164;hrend hinter ihm Russland in Flammen steht.<br /><br />So weit der Inhalt. Allzu viel Handlung haben die ersten beiden Teile f&#195;&#188;r insgesamt 3 Stunden nicht aufzuweisen, aber Eisenstein l&#195;&#164;sst sich viel Zeit, die Stimmung jeder Szene einzufangen. Und das geht nicht mit schnellen Schnitten. Der Meister der rasanten Montage w&#195;&#164;hlte hier oft das andere Extrem von langen, starren Kameraeinstellungen.<br /><br />Um so gr&#195;&#182;&#195;&#159;ere Bedeutung kommt der Leistung der Schauspieler zu. Es f&#195;&#164;llt mir schwer, mir &#195;&#188;berhaupt einen anderen Schauspieler als Nikolaj Tscherkassow in der Rolle Iwans vorzustellen. Seine eindrucksvolle Gestalt und herrische Stimme pr&#195;&#164;destinierten ihn geradezu zum Heldendarsteller. Nichts aber verbl&#195;&#188;fft so sehr, wie seine Wandlungsf&#195;&#164;higkeit. Auf den ersten Blick scheint es kaum glaublich, dass der Iwan der Kr&#195;&#182;nungsszene und der Iwan des Opritschniki-Festes ein und dieselbe Person sind. Ja, es liegt an der Maske, die Tscherkassow mehr Falten ins Gesicht zaubert, an den Haaren, die immer grauer und str&#195;&#164;hniger werden. Aber viel mehr als diese &#195;&#132;u&#195;&#159;erlichkeiten zeigt sich in Iwans Verhalten der Alterungsprozess. Seine Stimme ver&#195;&#164;ndert sich, wird rauher, manchmal undeutlich, seine Bewegungen verlieren das bestimmte, werden bald fahrig, bald schleppend. Die aufrechte Haltung der Jugend weicht einem geb&#195;&#188;ckten, schwerf&#195;&#164;lligen Gang. Nein, es ist keine erfreuliche Entwicklung, die Tscherkassow hier spielt, aber trotzdem schafft er es auf unglaubliche Weise, in einigen wenigen Szenen sogar so etwas wie Verst&#195;&#164;ndnis, wenn nicht gar Mitleid mit Iwan hervorzurufen. Diese Entwicklung, vom jugenlichen Mann voller Tatendrang hin zu einem m&#195;&#188;den, verbraucht wirkenden, aber durch seine Paranoia unberechenbaren Tyrannen hebt sich schroff von der der anderen Charaktere ab, die, gleich ob sympathisch wie Anastasja oder absto&#195;&#159;end wie Jefrosinja, ihre Charakterz&#195;&#188;ge den ganzen Film unver&#195;&#164;ndert beibehalten. Nur einer durchl&#195;&#164;uft eine pers&#195;&#182;nliche Wandlung, die vielleicht noch extremer ist als die Iwans, und das ist Fjodor Basmanow.<br /><br />&#195;&#156;ber Fjodor Basmanow ist aus den Chroniken nicht viel mehr bekannt, als dass er ein Opritschnik und der Geliebte Iwans war. Also blieb Michail Kusnetzow als seinem Darsteller fast v&#195;&#182;llige Gestaltungsfreiheit. Er - oder besser gesagt, Eisenstein - scheint sich aber an den Worten des Dichters A. K. Tolstoj orientiert zu haben, der in seinemj Roman <i>F&#195;&#188;rst Serebriany</i> schrieb, Fjodor habe "das L&#195;&#164;cheln einer Jungfrau und das Herz einer Schlange" gehabt. Sehr poetisch, aber Fjodor einfach als fertigen Favoriten hinzustellen, reichte Eisenstein nicht. Er lie&#195;&#159; ihn eine lange Entwicklung durchleben. Staunt Fjodor w&#195;&#164;hrend der Belagerung von Kasan den Zaren noch mit kindlicher Naivit&#195;&#164;t an, so lernt er bald, sich bei Hof einzuordnen, bis er sich in einem grausigen Schwur dem Zaren mit Leib und Leben verschreibt, ihn in Folge zu manipulieren versteht und schlu&#195;&#159;endlich, bei seinem Auftritt auf der Orgie der Opritschniki, den Eindruck erweckt, nur mehr eines zu sein: eine Hure. Und eine gef&#195;&#164;hrliche noch dazu. Michail Kusnetzow bew&#195;&#164;ltigt diese Aufgabe mit einer unglaublichen Routine - unglaublich deswegen, weil es erst sein zweiter Spielfilm war. So wechselt in seinem Lied sein Gesichtsausdruck und die Klangfarbe seiner Stimme innerhalb weniger Sekunden von ironisch-vergn&#195;&#188;gt zu drohend, dann wieder zu verf&#195;&#188;hrerisch. In einigen Einstellungen vermittelt er den Eindruck von fast engelhafter Unschuld - trotz der d&#195;&#188;ster-schwarzen Tracht der Opritschniki. Eisenstein nennt ihn in seinen Schriften eine "Ersatz-Anastasja", und so vermittelt sich das Verh&#195;&#164;ltnis zu Iwan auch dem Publikum.<br /><br />Alle &#195;&#188;brigen Schauspieler erf&#195;&#188;llen ihre Rollen ebenfalls bestens, vor allem Serafina Birman als Jefrosinja: h&#195;&#164;&#195;&#159;lich, grimmig, besessen. Erst Virna Lisi in <i>La Reine Margot </i>hat auf mich in einer &#195;&#164;hnlichen Rolle einen &#195;&#164;hnlich nachhaltigen Eindruck gemacht.<br /><br />Kommen wir zum Stil. Du meine G&#195;&#188;te, wie k&#195;&#182;nnte man eine Kritik zu Eisenstein schreiben, ohne auf die Form einzugehen? Selbst seine sch&#195;&#164;rfsten Kritiker, die den Inhalt seiner Filme kurz mit "bolschewistische Machwerke" abtun, trauen sich nicht, Eisensteins ungeheuren Einfluss auf die Weiterentwicklung der Filmtechnik zu leugnen. In der Hinsicht ist aber gerade Iwan sehr wenig ergiebig. Bitte, man k&#195;&#182;nnte ironisch anmerken, dass in diesem Film jeder Stil vertreten ist. Die weit aufgerissenen Augen, die bei Iwan, Anastasja und Kurbskij noch durch ungew&#195;&#182;hnlich lange, schwarz gef&#195;&#164;rbte Wimpern betont werden, sind eine Reminiszenz an die Mimik der Stummfilmzeit. Die &#195;&#188;beraus &#195;&#188;ppigen Kost&#195;&#188;me erinnern ein wenig ans Kabuki-Theater, w&#195;&#164;hrend der Tanz der Opritschniki und Fjodors Lied ganz einfach gro&#195;&#159;e Oper sind. Opernhaft muten auch die vielen Szenen an, die mit Ch&#195;&#182;ren musikalisch unterlegt sind. Selbst eine fast vergessene Theaterform, das Schattenspiel, feiert fr&#195;&#182;hliche Urst&#195;&#164;nd'. Wie oft erscheint der riesige Schatten einer Person fr&#195;&#188;her als die Person selbst? Wie oft bleibt dieser Schatten dominierend, selbst wenn die Person oder der Gegenstand selbst auch auf der Leinwand zu sehen sind? Unz&#195;&#164;hlige Male. Dazu kommt noch ein surreales architektonisches Element in Form der Durchg&#195;&#164;nge, die so klein gehalten sind, dass sich alle b&#195;&#188;cken m&#195;&#188;ssen, um durchzugelangen. Der Gesamteindruck ist der von Unwirklichem, von Verst&#195;&#182;rung.<br /><br />Das alles untermalt durch Sergej Prokoffiefs geniale Musik - und fertig ist ein atemberaubendes, wenn auch d&#195;&#188;steres Panorama aus Russlands Geschichte.<br /><br />Freilich: Wer im Kino vor allem leichte Unterhaltung sucht, ferner alle Puristen, die sich einen Film stilistisch einheitlich w&#195;&#188;nschen, sollten den <i>Iwan Grozny</i> meiden, sie ersparen sich einige Entt&#195;&#164;uschung.<br /><br />F&#195;&#188;r Liebhaber von Charakterstudien oder gro&#195;&#159;artiger Filmmusik ist der Film allerdings Pflicht. Eine Identifikationsfigur werden aber auch sie wohl nicht finden - es sei denn, ihr Lebensziel besteht darin, ein paranoider Tyrann, ein terroristischer Lustknabe oder eine m&#195;&#182;rderische Intrigantin zu werden.<br /><br /><br />***<br />[1] Nur Teil 1 und 2 sind fertiggestellt und ver&#195;&#182;ffentlicht worden. Wie weit der dritte Teil bei Eisensteins Tod 1948 gediehen war, ist unbekannt. Bis jetzt sind nur Standfotos und einige kurze Szenen aufgetaucht. Es ist aber nicht auszuschlie&#195;&#159;en, dass weitere in einem Archiv liegen.<br />[2] Das z steht f&#195;&#188;r ein stimmhaftes s; der Laut, den dasy rep&#195;&#164;sentiert, existiert in der deutschen Sprache nicht. Wer versucht, ein &#195;&#188; ganz hinten im Rachen zu sprechen, bekommt zumindest eine Ahnung davon, wie er klingen sollte.<br />[3] Die Opritschniki werden im Film als Nicht-Bojaren dargestellt, die einzige drastische Geschichtsverf&#195;&#164;lschung &#195;&#188;brigens. Selbstverst&#195;&#164;ndlich waren sie ebenfalls Bojaren, weil es au&#195;&#159;er den Bauern noch keine andere Klasse gab. Eisenstein Darstellung des Kampfes von Iwan gegen die Bojaren wird als Kampf zwischen zwei Klassen geschildert, w&#195;&#164;hrend es in Wirklichkeit eine blutige Auseinandersetzung innerhalb der herrschenden Klasse war.<br /><br />***<br />Bibliographie:<br />Lavalley, Al.; Scherr, Barry P. (Hrsg.): Eisenstein at 100. A reconsideration. Rutgers University Press 2001.<br />Eisenstein, S. M.: Yo - ich selbst. Memoiren. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag GmbH 1988.<br />Complete Films of Eisenstein, The: New York: E.P.Dutton & Co 1974.<br /><br />]]>
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<title>Dumm, dÃ¼mmer, SPD</title>
<description>Als Sozialistin leide ich ja im allgemeinen darunter, dass meine Gesinnungsgenossen jeglicher Couleur [...]</description>
<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 11:01:10 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>

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<![CDATA[Als Sozialistin leide ich ja im allgemeinen darunter, dass meine Gesinnungsgenossen jeglicher Couleur sich zu selten zu Tagesthemen zu Wort melden. Andrerseits: Wenn sie es dann tun, sehne ich mich oft danach, sie h&#195;&#164;tten geschwiegen. So eben wieder geschehen.<br /><br />Da hat beim deutschen Brudervolk die SPD n&#195;&#164;mlich, durch den Mund ihrer Generalsekret&#195;&#164;rin Nahles, dem deutschen Bundesau&#195;&#159;enminister Guido Westerwelle zu verstehen gegeben, dass sie es gar nicht sch&#195;&#164;tzt, wenn der seinen Lebensgef&#195;&#164;hrten Michael Mronz mit auf Dienstreise nimmt. Als Begr&#195;&#188;ndung f&#195;&#188;hrte sie an, dass die Gefahr best&#195;&#188;nde, dass Mronz als Unternehmer aus dieser Reise gesch&#195;&#164;ftliche Vorteile ziehen k&#195;&#182;nnte. Na ja, damit hat sie grunds&#195;&#164;tzlich in der Sache einmal nicht unrecht. Wer die Abl&#195;&#164;ufe in der Gesch&#195;&#164;ftswelt kenn, wei&#195;&#159;, wie sich allein aus einer belanglosen Plauderei bei einem Cocktailempfang &#195;&#188;ber zehn Ecken eine langj&#195;&#164;hrige Gesch&#195;&#164;ftsbeziehung entwickeln kann. Abgesehen davon, dass niemand in Deutschland Schaden nimmt, wenn ein deutscher Unternehmer einen gesch&#195;&#164;ftlichen Vorteil aus der Tatsache zieht, dass er mit einem hochrangigen Politiker Tisch und Bett teilt, so muss sich Genossin Nahles aber schon fragen lassen:<br /><br />Werte Genossin! Wie stellen Sie sich das Privatleben des idealen Bundesau&#195;&#159;enministers denn bittesch&#195;&#182;n vor? <br /><br />Jeder Partner, egal ob Mann oder Weib, k&#195;&#182;nnte, wenn er selbst berufst&#195;&#164;tig ist, aus der Beziehung einen Vorteil lukrieren. Selbst wenn sich's nur um einen Hilfsarbeiter handelte, lie&#195;&#159;e sich bei einem Diplomatenkr&#195;&#164;nzchen ja vielleicht per Gespr&#195;&#164;ch ein besserer Posten herausholen. Bleibt also, um von Nahles &#195;&#182;ffentlich nicht angekeift zu werden, nur ein Partner ohne eigenen Beruf. Jetzt gibt es zwar M&#195;&#164;nner, die von einer Frau Geld leben, allerdings beschr&#195;&#164;nkt sich diese Gruppe im wesentlichen auf jugendlich-fesche Begleiter von Liz Taylor und Zuh&#195;&#164;lter. Und da anzunehmen ist, dass weder die gro&#195;&#159;e alte Hollywood-Diva noch irgendeine Bordsteinschwalbe demn&#195;&#164;chst als Chefin ins Ausw&#195;&#164;rtige Amt einziehen wird, bleibt nur die Kombination aus Au&#195;&#159;enminister m&#195;&#164;nnlichen Geschlechts plus dem&#195;&#188;tig zu ihm aufblickende Hausfrau ohne eigene Ambition.<br /><br />Traumhaft - so stellt sich die Generalsekret&#195;&#164;rin der Sozialdemokratie ihre ideale Familienstruktur f&#195;&#188;r einen hohen Repr&#195;&#164;sentanten der Republik vor? Mann plus Hausfrau? Was soll das sein? Eine verzweifelte Aktion, um der christkonservativen CSU W&#195;&#164;hler abzujagen? Oder ist Nahles einfach ein solches Trutscherl, dass sie ihr Geplapper gar nicht zu Ende gedacht hat? Bei der durchschnittlichen Intelligenz der Durchschnittsgenossin bef&#195;&#188;rchte ich fast letzteres.<br /><br />Oder st&#195;&#182;rt sich Nahles gar an der Tatsache, dass Westerwelles Partner kein Weib, sondern ein Mann ist? Sch&#195;&#182;n, dann w&#195;&#164;re die Nahlessche Kritik allerdings klassisch sozialdemokratische Traditionspflege. Den politischen Gegner, so er denn homosexuell ist, mit seinem Sexualleben abzuwatschen, statt seine politischen Positionen anzugreifen, hat die SPD n&#195;&#164;mlich seit jeher mit Inbrunst betrieben. Und weil eine diesbez&#195;&#188;gliche Kampagne ja schon SA-Chef Ernst R&#195;&#182;hm so richtig erfolgreich daran gehindert hat, Sozis von seinen Schl&#195;&#164;gerbanden niederpr&#195;&#188;geln zu lassen, wiederholen wir den Unfug jetzt beim liberalen Klassenfeind?<br /><br />Welche Motivation auch immer die Genossin Nahles zu ihrer Anschuldigung trieb - ein gl&#195;&#164;ubiger Mensch w&#195;&#188;rde in diesem Moment wahrscheinlich bitten: Herr, schick Hirn vom Himmel! Als Atheistin bleibt mir nur die Aufforderung: Kusch, du uns&#195;&#164;glicher Trampel!<br />]]>
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<title>12. Februar 1934</title>
<description>SCHLUSS MIT PHRASENSchluÃ&amp;#159; mit Phrasen, vorwÃ¤rts zu Taten.Denn die Fronten wurden jetzt klar.	Durch [...]</description>
<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 20:38:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>

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<![CDATA[<strong>SCHLUSS MIT PHRASEN</strong><br /><br /><i>Schlu&#195;&#159; mit Phrasen, vorw&#195;&#164;rts zu Taten.<br />Denn die Fronten wurden jetzt klar.<br />	Durch den Kampf der roten Soldaten,<br />	Durch den zw&#195;&#182;lften Februar.<br /><br />Im Gebr&#195;&#188;ll der Dollfu&#195;&#159;-Kanonen<br />Fiel in Tr&#195;&#188;mmer die Demokratie,<br />	Sind zerfetzt die Illusionen<br />	Einer Klassenharmonie.<br /><br />Uns&#194;&#180;rer Fahne blutrote Reinheit<br />geht im Kampfe uns allen voran;<br />	Uns&#194;&#180;rer Klasse eherne Einheit<br />	nichts mehr niederringen kann!<br /><br />Darum auf und das Gewehr gef&#195;&#164;llt.<br />Denn mit Zaudern ist&#194;&#180;s jetzt vorbei.<br />	Vorw&#195;&#164;rts Marsch - denn uns geh&#195;&#182;rt die Welt<br />	Und der Sozialistischen Partei.</i><br /><br />In ehrendem Gedenken an die Genossen, die von den Austrofaschisten gehenkt, erschossen und interniert wurden, weil sie die Vernichtung der b&#195;&#188;rgerlichen Demokratie zugunsten eines klerikalfaschistischen St&#195;&#164;ndestaats nicht tatenlos hinzunehmen bereit waren. Sie waren die Ersten, die ihre Waffen gegen den Faschismus erhoben, und daf&#195;&#188;r geb&#195;&#188;hrt ihnen ewiger Ruhm und der Dank der Nachgeborenen.<br />]]>
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<title>Herzliche Gratulation!</title>
<description>Und zwar an die Ã¤gyptische FuÃ&amp;#159;ballnationamannschaft zum Gewinn der Afrikameisterschaft, das dritte [...]</description>
<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 19:39:14 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[FuÃŸball]]></category>

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<![CDATA[Und zwar an die &#195;&#164;gyptische Fu&#195;&#159;ballnationamannschaft zum Gewinn der Afrikameisterschaft, das dritte Mal in Folge, dass ihr dieses Kunstst&#195;&#188;ck gelungen ist. Nichts k&#195;&#182;nnte die Dominanz &#195;&#132;gyptens im afrikanischen Fu&#195;&#159;ball deutlicher unterstreichen. Umso verbl&#195;&#188;ffender, dass sich &#195;&#132;gypten nicht f&#195;&#188;r die Weltmeisterschaft in S&#195;&#188;dafrike qualifizieren konnte. Neben dem Veranstalterland werden Algerien, Ghana, Kamerun, Nigeria und die Elfenbeink&#195;&#188;ste den afrikanischen Kontinent vertreten. <br /><br />Ich muss leider zugeben, dass mir das gerade zu Ende gegangene Tournier durch den blutigen Terrorangriff auf die Nationalmannschaft von Togo, der drei Menschen das Leben gekostet hat, mehr als verleidet war. Weitermachen war richtig, sonst k&#195;&#182;nnte uns jeder Kriminelle unser Leben diktieren, aber die unbeschwerte Freude, die immer mit Fu&#195;&#159;ballgro&#195;&#159;ereignissen einhergeht, wollte sich nicht einstellen. Warten wir also auf S&#195;&#188;dafrika. Und hoffen wir, dass uns Trag&#195;&#182;dien rund um die WM erspart bleiben.]]>
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<title>Irrsinn</title>
<description>Die Nationalmannschaft von Togo ist heute auf ihrem Weg zu den Afrikameisterschaften in Angola in ihrem [...]</description>
<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 21:55:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[FuÃŸball]]></category>

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<![CDATA[Die Nationalmannschaft von Togo ist heute auf ihrem Weg zu den Afrikameisterschaften in Angola in ihrem Bus beschossen worden. Der Busfahrer ist angeblich tot - noch sind die Angaben etwas vage, - und mindestens zwei Spieler durch Kugeln verletzt. <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/8449319.stm">BBC</a><br /><br />Schlicht und einfach Irrsinn.<br /><br />Und jetzt eine Frage: Welches kranke Funktion&#195;&#164;rshirn im togoischen Fu&#195;&#159;ballverband ist auf die Idee gekommen, die Mannschaft in einem Bus &#195;&#188;berland zu karren? Noch dazu durch die Provinz Cabinda, in der es dauernd kracht, weil dort irgendwelche Halsabschneiderbanden f&#195;&#188;r Unabh&#195;&#164;ngigkeit (wovon?) k&#195;&#164;mpfen und zwecks Erreichung dieses Ziels offenbar alles niederm&#195;&#164;hen, was ihnen vor die M&#195;&#188;ndung l&#195;&#164;uft? War kein Linienflug mehr im Budget drinnen? Ich pack's einfach nicht und bin nur fassungslos und w&#195;&#188;tend &#195;&#188;ber soviel menschliche Dummheit.]]>
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<title> Willkommen im Jahr 2010! </title>
<description>Ja, ich weiÃ&amp;#159;, ich bin spÃ¤t dran, aber was soll's. Bis jetzt bin ich noch nicht dazu gekommen, mich [...]</description>
<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 21:34:41 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[Dies & Das]]></category>

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<![CDATA[Ja, ich wei&#195;&#159;, ich bin sp&#195;&#164;t dran, aber was soll's. Bis jetzt bin ich noch nicht dazu gekommen, mich hier zu &#195;&#164;u&#195;&#159;ern. Au&#195;&#159;erdem habe ich, oh Wunder, bereits a) gearbeitet, b) im Rahmen des Neujahrskonzert brav beim Radetzkymarsch vor dem Fernseher mitgeklatscht, obwohl Radetzky eine widerlich reaktion&#195;&#164;re Kreatur war, aber die aktive Unterst&#195;&#188;tzung der Philharmoniker beim Opus 228 von Johann Strau&#195;&#159; Vater genauso wie die Liebe zum Donauwalzer - Johann Strau&#195;&#159; Sohn, Opus 314 - hierzulande zur staatsb&#195;&#188;rgerlichen Pflicht geh&#195;&#182;rt und c) festgestellt, dass, ebenfalls oh Wunder, die Welt noch immer so gut oder schlecht dasteht wie am 31.12.2009.<br /><br />Ich k&#195;&#182;nnte nat&#195;&#188;rlich noch einen Jahresr&#195;&#188;ckblick verfassen, wie alle Fernsehsender, die sich f&#195;&#188;r wichtig halten, aber mir kommen immer die Ereignisse durcheinander. Und bevor ich mich jetzt der Steuerhinterziehung jemandes erinnere, der daf&#195;&#188;r schon seit 2005 im H&#195;&#164;f'n sitzt, lass ich eine umfassenden R&#195;&#188;ckschau lieber bleiben und z&#195;&#164;hl' einfach auf, was sich mir so irgendwie ins Ged&#195;&#164;chtnis eingebrannt hat - und nachweislich im Jahr 2009 passiert ist. Um ehrlich zu sein, war das verdammt wenig. Das Ungeheuer von Loch Ness hat sich nicht gezeigt, Reinhold Messner trifft ohnehin schon seit langem keine Yetis mehr, J&#195;&#182;rg Haider kann uns nicht mehr von den Karawanken her auf die Nerven gehen und George Bush in keine L&#195;&#164;nder mehr wegen nicht vorhandener Massenvernichtungswaffen einmarschieren lassen.<br /><br />Fangen wir also mit dem Sport an. Da kann ich mich kurz fassen, denn der erb&#195;&#164;rmlichsten Leistung der &#195;&#182;sterreichischen Fu&#195;&#159;ballnationalmannschaft, seit ich Fan bin, und dass ist jetzt seit bald 40 Jahren, habe ich einen eigenen Eintrag gewidmet.<br />Bevor mich einer fragt, ob das 0:9 gegen Spanien anno 1990 nicht noch erb&#195;&#164;rmlicher war: nein, war es nicht. Vielleicht weil ich's nur auf dem Fernsehschirm gesehen habe. Das 1:5 habe ich im Stadion in Sektor C2 live miterlitten.<br /><br />Die Rubriken <i>Politik </i>und <i>Heiteres aus aller Welt</i> fielen heuer wunderbarerweise zusammen. So gelacht wie bei <a href="http://www.n-tv.de/img/57/571593/O_680_680_680_2nag0644.jpg1349470362010056543.jpg">diesem Foto </a>habe ich heuer nur selten. Dabei sind Besuche von Au&#195;&#159;enministern bei benachbarten Staatsoberh&#195;&#164;uptern sonst eher langweilig. Halt das &#195;&#188;bliche H&#195;&#164;ndesch&#195;&#188;tteln, gefolgt von gemeinsamen Abendessen und gemeinsamer Pressekonferenz. Man mag einander ja irgendwie. Im vorliegenden Fall war die Sache aber doch ein wenig komplizierter. Hat sich der gute Herr Kaczynski doch redlich M&#195;&#188;he gegeben, die ganze Welt daran teilhaben zu lassen, dass er Deutsche nicht leiden kann und Schwule noch viel weniger. Aber die Weltgeschichte hat f&#195;&#188;r ihre Akteure manchmal auch recht Boshaftes im Sinn, und so muss der polnische Pr&#195;&#164;sident jetzt nett zum deutschen Bundesau&#195;&#159;enminister Guido Westerwelle sein. Was ihm, Kaczynski, wie man sieht, zu Beginn nicht so recht gelingen wollte. Er sah irgendwie aus, als wollte er vor dieser teutonischen Charme-Attacke vom andern Ufer die Flucht ergreifen. Als braver Staatspr&#195;&#164;sident hat er sich dann aber doch eines Besseren besonnen und sich mit dem deutschen Au&#195;&#159;enminister dann nicht nur l&#195;&#164;nger unterhalten als geplant, sondern ihn auch h&#195;&#182;chstpers&#195;&#182;nlich durch den Palast gef&#195;&#188;hrt. Na bitte, es geht ja doch.<br /><br />Die beiden Presse-Gro&#195;&#159;ereignisse des Jahres, n&#195;&#164;mlich der Amtsbeginn von US-Pr&#195;&#164;sident Barack Obama und der Tod Michael Jacksons, haben mich hingegen nur am Rande interessiert und irgendwo kalt gelassen. Vielleicht weil ich schon immer bef&#195;&#188;rchtet habe, dass dem <i>King of Pop</i> kein langes Leben beschieden sein wird, so wie er seinen K&#195;&#182;rper maltr&#195;&#164;tiert hat. Da blieb auch jede &#195;&#156;berraschung aus, als er dann tats&#195;&#164;chlich mit erst 50 gestorben ist. Und zu den Naiven, die glauben, dass ein Mensch, bloss weil er eine d&#195;&#188;nklere Hautfarbe hat, eine radikal andere US-Politik machen wird, habe ich schon gar nie geh&#195;&#182;rt.]]>
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<title>Unlustig</title>
<description>Gestern gab es also wieder einmal ein Freundschaftsspiel unserer rot-weiÃ&amp;#159;-roten Ballesterer, diesmal [...]</description>
<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 08:56:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[FuÃŸball]]></category>

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<![CDATA[Gestern gab es also wieder einmal ein Freundschaftsspiel unserer rot-wei&#195;&#159;-roten Ballesterer, diesmal gegen Europameister Spanien. &#195;&#156;ber Sinn oder Unsinn von Freundschaftsspielen wird ja heftig gestritten, seit es sie gibt. Die Klubtrainer sehen ihnen mit Schrecken entgegen, weil es eine realistischte Chanche gibt, dass einer oder mehrere ihrer kostbaren Spieler verletzt zur&#195;&#188;ckkehren. Bef&#195;&#188;rworter, also vor allem die Trainer der Nationateams, halten dem entgegen, sie br&#195;&#164;uchten diese Spiele, um verschiedenen Taktiken auszuprobieren. Das leuchtet mir zwar ein, nur: Warum sehe ich dann bei unserer Mannschaft immer dieselbe Taktik, so da ist ein wirres, zielloses Durcheinanderwuseln, au&#195;&#159;er im eigenen Strafraum, wo die unsrigen wie Totempf&#195;&#164;hle herumstehen?  Aber lassen wir das.<br /><br />Das Match gestern war richtig putzig. So um Minute 60 herum hab ich mich ernsthaft gefragt, ob wir eine neue Rekordniederlage hinkriegen, nach 101 Jahren w&#195;&#164;re ohnehin schon dringend ein Update f&#195;&#164;llig. Aber nix war's, es blieb  beim mickrigen 1:5, weil die Spanier in der ersten Halbzeit mit 20% Leistung und in der zweiten mit der B-Mannschaft spielten, und den Engl&#195;&#164;ndern bleibt die Ehre, uns 1908 mit dem 1:11 in Wien die h&#195;&#182;chste Niederlage in unserer Fu&#195;&#159;ballgeschichte beigebracht zu haben.<br /><br />Von den &#195;&#182;sterreichischen Spielern hat sich gestern vor allem Herr Pehlivan empfohlen - leider nur f&#195;&#188;r die World Wrestling Federation. Sich mit voller Wucht auf den Gegner zu schmei&#195;&#159;en wirkte speziell in einem Freundschaftsspiel ein wenig befremdlich, brachte ihm aber wenigstens den Platzverweis ein. Man g&#195;&#182;nnt sich ja sonst nichts.<br /><br />Auf den R&#195;&#164;ngen herrschte trotzdem oder gerade deswegen Heiterkeit, wahrscheinlich, weil Galgenhumor zur emotionalen Grundausstattung eines &#195;&#182;sterreichischen Fu&#195;&#159;ballfans geh&#195;&#182;rt. Noch gegen Ende des Spiels die eigene, 1:5 zur&#195;&#188;ckliegende Mannschaft mit ironischen "Ausgleich, Ausgleich"-Rufe anzufeuern, w&#195;&#164;re Fans anderer Nationen eher nicht passiert. Dabei sahen wir zu Beginn die Welt noch rosarot. Was allerdings weniger an unserer fr&#195;&#188;hen und nur kurzzeitigen 1:0-F&#195;&#188;hrung als an der Besatzung von Sektor C1 lag, die flei&#195;&#159;ig Bengalos und rote Nebelt&#195;&#182;pfe z&#195;&#188;ndete. Etwas verbl&#195;&#188;fft war der Rest des Stadions allerdings &#195;&#188;ber eine ca. 3 Meter hohe Stichflamme, die etwa eine Minute lang mitten im besagten Sektor munter loderte. Sah aus, als f&#195;&#164;nde so nebenbei eine Ketzerverbrennung statt. W&#195;&#164;r doch mal was zur Auflockerung des faden Pausenprogramms zur Halbzeit...<br /><br />Ja, was gibt es sonst noch zu vermelden? Ach ja, Sektor E hat bei den Hymnen eine tadellose Zettelchoreo abgeliefert, bei der Trauerminute f&#195;&#188;r Robert Enke gab es nicht die geringste St&#195;&#182;rung - weil sich Fans, im Gegensatz zu dem, was die Massenmedien so verbreiten, n&#195;&#164;mlich durchaus anst&#195;&#164;ndig zu benehmen wissen - und in der zweiten Halbzeit st&#195;&#188;rmte noch ein Flitzer in die spanische H&#195;&#164;lfte. Leider war der Mann geistig so verwirrt, dass er vergessen hatte, seine Kleidung vor Betreten des Spielfelds abzulegen. Daher kann die Flitzerei nur als halblustige Aktion durchgehen; war aber noch immer unterhaltsamer als alles, was unserer Spieler so zeigten. Die waren nur mehr unlustig.]]>
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<title>Biodreck</title>
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<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 08:21:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[Politik & Gesellschaft]]></category>

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<![CDATA[In der zweiten Augustwoche war's, da machte eine Meldung die Runde in den Medien, dass eine deutsche Supermarktkette ihr Angebot an Rucola aus den Regalen genommen hatte. Der Anlass war ein f&#195;&#188;r den Anbieter unerfreulicher und f&#195;&#188;r den Kunden sogar gef&#195;&#164;hrlicher: unter den Rucolabl&#195;&#164;ttern waren ein paar Exemplare des Jakobskreuzkrauts gefunden worden, das zwar dem Rucola &#195;&#164;hnlich sieht, leider aber f&#195;&#188;r Menschen giftig ist. Ach du meine G&#195;&#188;te, Gift in der Nahrung - &#195;&#188;blicherweise ein Thema, bei dem die Medien und gewisse Politkreise vor &#195;&#182;ffentlicher Emp&#195;&#182;rung fast platzen. Seltsamerweise war von dem in solchen F&#195;&#164;llen zu erwartenden Getue aber nichts zu bemerken, die Meldung wurde nicht aufgegriffen und ausgeschlachtet. Nicht einmal die Gr&#195;&#188;nen nutzten die Gelegenheit, die sie doch sonst nie auslassen, um &#195;&#188;ber die moderne Landwirtschaft herzuziehen.<br /><br />Aber hoppala, das war's ja diesmal gar nicht. Das Kreuzkraut, dass in der Landwirtschaft eine ziemliche Landplage sein d&#195;&#188;rfte, l&#195;&#164;sst sich nat&#195;&#188;rlich beseitigen. Allerdings nur mit einem anst&#195;&#164;ndigen Pflanzenschutzmittel, was aber, da nicht auf B&#195;&#164;umen gewachsen, pfui ist. Kurz und gut, bei dem gef&#195;&#164;hrlich verseuchten Gr&#195;&#188;nzeug handelte es sich um supergesunde Bioware! Im Grunde logisch: Spritzmittel gegen Nutzpflanzensch&#195;&#164;dlinge wurden ja nicht aus Jux und Tollerei erfunden, sondern um die Pflanzen in einem hochwertigen Zustand zu erhalten, oder besser, in einen solchen erst zu versetzen. Denn sich selbst &#195;&#188;berlassenes Obst und Gem&#195;&#188;se wird meistens schon von Tieren angeknabbert, lange bevor es f&#195;&#188;r dem menschlichen Konsum reif ist, und von wenig brauchbaren, wenn nicht sogar sch&#195;&#164;dlichen Pflanzen, unterwandert.<br /><br />Dass Bioware in Folge fast immer minderwertig ist, wird von den gr&#195;&#188;nen Zivilisationshassern selbstverst&#195;&#164;ndlich mit Nachdruck geleugnet. Die Kunden sollten die falschen Pflanzen halt aussortieren, t&#195;&#182;nte es patzig in diversen Kommentaren zum vorliegenden Fall. Gut ist, was nat&#195;&#188;rlich ist. Vorf&#195;&#164;lle, die das Gegenteil beweisen, werden in ihrer Bedeutung heruntergespielt oder einfach ignoriert. Auffallend ist dabei die &#195;&#132;hnlichkeit zum Verhalten von Mitgliedern einer religi&#195;&#182;sen Sekte. Ebenso auffallend, dass selbst die rabiatesten &#195;&#150;koapostel trotzdem ihre Schwammerlsauce lieber aus Zuchtchampignons als aus gr&#195;&#188;nen Knollenbl&#195;&#164;tterpilzen bereiten...dabei w&#195;&#164;ren letztere doch viel nat&#195;&#188;rlicher!<br /><br />Leider grassiert die Wahnvorstellung von der guten Natur und der b&#195;&#182;sen Zivilisation nicht nur unter den &#195;&#150;kobewegten - von Sektenmitgliedern erwartet ohnehin kein Mensch den Einsatz von Vernunft -, sondern leider ganz heftig unter den Verantwortlichen in den Massenmedien. Da sollen wohl dem Volk die Errungenschaften der modernen Landwirtschaft madig gemacht und es wieder an den Konsum von wurmstichigen Holz&#195;&#164;pfeln und halbfaulen R&#195;&#188;ben gew&#195;&#182;hnt werden, gell?<br /> <br />Aber nicht mit mir. Ich mache um alles, wo BIO drauf steht, einen gro&#195;&#159;en Bogen. Schon deswegen, weil ich nicht bereit bin, f&#195;&#188;r mit Ungeziefer oder sonstwie verseuchten Dreck auch noch einen h&#195;&#182;heren Preis zu bezahlen. Au&#195;&#159;erdem weigere ich mich nachdr&#195;&#188;cklich, einen Kurs in Botanik zu besuchen, um dann erfolgreich aus meinem Salat die Giftpflanzen entfernen zu k&#195;&#182;nnen. Ich bleibe bei nach wissenschaftlichen Gesichtspuntken hergestellten Lebensmitteln. Am besten ganz aus dem Labor, dann wei&#195;&#159; man wenigstens, was genau drinnen ist. In diesem Sinne: Mahlzeit!]]>
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<title>Masochismus Ã  l'Autrichienne</title>
<description>Es soll Menschen geben, die verdammt viel Geld in gewisse Etablissements tragen, um sich dorts zwecks [...]</description>
<pubDate>Fri, 14 Aug 2009 10:57:48 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martella</dc:creator>
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<category><![CDATA[FuÃŸball]]></category>

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<![CDATA[Es soll Menschen geben, die verdammt viel Geld in gewisse Etablissements tragen, um sich dorts zwecks sexueller Erregung in K&#195;&#164;fige einsperren zu lassen oder mit einem schicken Hundehalsband dekoriert einer lackgl&#195;&#164;nzenden Person - Mann oder Weib, je nach Lust und Angebot - die spitzen Stiefel zu lecken. Nebst weiterf&#195;&#188;hrender Behandlung wie Auspeitschen, Anketten oder sonstige schmerzhafte Zuwendungen, die vermutlich alle extra kosten und die lustvolle Qual des Opfers in nie geahnte H&#195;&#182;hen schrauben.<br /><br />So ist es zumindest im Ausland. Hierzulande in &#195;&#150;sistan haben wir das alles billiger. Wer leiden will, kann das zum Okkasionspreis von maximal 30 Euronen erledigen, in unregelm&#195;&#164;&#195;&#159;gen Abst&#195;&#164;nden, n&#195;&#164;mlich immer dann, wenn der &#195;&#150;FB wieder einmal ein L&#195;&#164;nderspiel der &#195;&#182;sterreichischen Fu&#195;&#159;ballnationalmannschaft angesetzt hat. Selbst die h&#195;&#164;rteste Domina mit drei Jahrzehnten G&#195;&#188;rtelerfahrung schafft es nicht, in ihren Kunden diese unnachahmliche Gef&#195;&#188;hlsmelange aus hochfliegender Hoffnung auf eine zumindest ehrenvolle Niederlage, v&#195;&#182;lliger Fassungslosigkeit ob des Dargebotenen und dem&#195;&#188;tiger Ergebung in ein grausames und unabwendbares Schicksal hervorzurufen wie Didi Constantini und seine Mannen. Wenn man dann im Fansektor noch zu der Generation geh&#195;&#182;rt, f&#195;&#188;r die das, was einmal war, genauso zum Leben geh&#195;&#182;rt wie das, was derzeit leider wirklich ist, kurz und gut, wenn man die Geschichte des &#195;&#182;sterreichischen Fu&#195;&#159;balls kennt und sich daher wehm&#195;&#188;tig an Zeiten erinnert, als &#195;&#150;sterreich auf dem gr&#195;&#188;nen Rasen zumindest noch keine Lachnummer war, dann macht sich Depression in einer Intensit&#195;&#164;t breit, wie sie sonst nur Romane von Dostojewski hervorzurufen pflegen. Welche Tr&#195;&#188;bsal solche Glanzleistungen wie Paul Scharners trottelhaft vergebener Elfer gegen Kamerun bewirken, l&#195;&#164;sst sich leicht daraus ermessen, dass die &#195;&#188;bliche Stadionverk&#195;&#182;stigung, bestehend aus abgestandenem Bier und lauwarmem Bratwurst-Hotdog, vom Fan als genussreicher H&#195;&#182;hepunkt des Matchbesuchs empfunden wird. Kurz und gut, unsere Nationalmannschaft sch&#195;&#164;digt zwar das Sado-Maso-Gewerbe, unterst&#195;&#188;tzt aber die patriotischen Massen dabei, ihre selbstqu&#195;&#164;lerischen Triebe preisg&#195;&#188;nstig auszuleben.<br /><br />Ach &#195;&#188;brigens, damit ich es nicht vergesse: Am 5. September sind die F&#195;&#164;r&#195;&#182;er-Inseln in Graz zu Gast. Ob es den unsrigen gelingen wird, nach gnadenlosem Kampf zumindest einen Punkt zu erringen? Wenn nicht, macht's auch nix. Dann geh&#195;&#182;ren wir eben zu einer Generation, die die seltene Ehre hat, bei der Entstehung eines nationalen Traumas live dabei zu sein!]]>
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